Jede zweite Schweizerin würde ihren Job für mehr Lohn wechseln

Die Wechselwilligkeitsstudie 2025 von Xing zeigt, dass für 52 Prozent der befragten Frauen eine bessere Bezahlung der Hauptgrund wäre, sich nach einer neuen Stelle umzusehen. Auch Faktoren wie Führungsstil, Stress oder der Wunsch nach Abwechslung spielen eine Rolle.

(Infografik: Xing/Forsa)

In der vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführten Studie wurden über 500 angestellte Frauen in der deutschsprachigen Schweiz zu ihrer Arbeitszufriedenheit und Wechselbereitschaft befragt. Insgesamt zeigen sich Frauen ähnlich zufrieden mit ihrer Tätigkeit wie Männer (85 Prozent vs. 84 Prozent). Dennoch denken 37 Prozent der Frauen mehrmals im Monat über einen Jobwechsel nach. Während 45 Prozent offen dafür sind, aber noch keine konkreten Schritte unternommen haben, planen 12 Prozent aktiv einen Wechsel.

Gleiche Zufriedenheit, aber strukturelle Nachteile

Obwohl der Schweizer Arbeitsmarkt stabil ist und die Angst vor Jobverlust gesunken ist (14 Prozent der Frauen befürchten eine Kündigung, 2024 waren es noch 25 Prozent), bleiben strukturelle Herausforderungen bestehen. Frauen arbeiten dreimal häufiger in Teilzeit als Männer – oft wegen unbezahlter Care-Arbeit. Zudem verdienen sie im privaten Sektor im Schnitt weniger als ihre männlichen Kollegen.

Höherer Lohn und Stabilität als wichtigste Kriterien

Bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers stehen für Frauen vor allem finanzielle Sicherheit und langfristige Stabilität im Fokus: 59 Prozent wünschen sich einen höheren Lohn, 58 Prozent legen Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz. Zudem sind flexible Arbeitszeiten (54 Prozent) und eine gute Erreichbarkeit des Unternehmensstandorts (54 Prozent) zentrale Kriterien. Auch spielt für viele eine Rolle, ob die Arbeit mit Wochenenddiensten oder Nachtschichten verbunden ist.

Hürden beim Jobwechsel und attraktive Benefits

Trotz besserer Bezahlung gibt es Faktoren, die Frauen von einer Bewerbung abhalten. Besonders abschreckend sind eine ungünstige Lage des Unternehmens (52 Prozent), eine schlechte Führungskultur (46 Prozent) und befristete Verträge (34 Prozent). Remote-Arbeit hingegen ist für Frauen weniger entscheidend als für Männer (12 Prozent vs. 24 Prozent).

Als attraktivster Benefit gilt für beide Geschlechter die Vier-Tage-Woche (52 Prozent). Frauen schätzen zudem transparente Lohnstrukturen (36 Prozent) und Job-Sharing-Modelle (19 Prozent), während Männer stärker an Workation interessiert sind (32 Prozent vs. 20 Prozent). Die Möglichkeit für Homeoffice ist für die meisten hingegen kein ausschlaggebendes Kriterium.

«Gerade Frauen brauchen Voraussetzungen wie flexible Arbeitsmodelle, um sich zwischen Beruf und Familie nicht aufzureiben», sagt Petra von Strombeck, CEO von New Work. Unternehmen, die entsprechende Angebote schaffen, könnten dadurch an Attraktivität gewinnen.

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