Bundesrat ist offen für Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche

Die negativen Auswirkungen von sozialen Medien sind schon länger ein Diskussionsthema. Nach einem Vorstoss aus dem Parlament steht der Bundesrat einem Verbot von Social-Media-Plattformen für Kinder und Jugendliche offen gegenüber.

(Symbolbild: Unsplash.com)

Vergangenes Jahr hat Australien als weltweit erstes Land ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige erlassen. Jetzt wird ein entsprechendes Verbot auch in der Schweiz zum Thema. Baselbieter Ständerätin Maya Graf hat einen Vorstoss eingereicht, der den Bundesrat dazu anleitet, ein Verbot von Medienplattformen wie TikTok oder Instagram für unter 16-Jährige zu prüfen.

Graf begründet ihr Anliegen mit diversen wissenschaftlich basierten Anzeichen für die negativen Auswirkungen von übermässiger Handynutzung. Zum einen würde das Smartphone nicht nur die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen negativ beeinflussen, sondern auch ihr Konzentrations- und Lernvermögen beeinträchtigen. Ausserdem komme es seit der Einführung von Handys bei Jugendlichen vermehrt zu psychischen Gesundheitsschäden wie etwa Depressionen, Angstzuständen oder Selbstmordgedanken.

Die Ständerätin führt zudem erste Studien an, die zeigen sollen, dass eine Einschränkung des Smartphone-Gebrauchs sich positiv auf das Lernverhalten von Schüler:innen auswirkt. Auch die Mehrheit der Schweizer scheint ein Handyverbot für Minderjährige zu begrüssen. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo sprechen sich nämlich 82 Prozent der Schweizer:innen für ein Smartphone-Verbot an Schulen aus.

Die Landesregierung wendet in ihrer Antwort auf das Postulat ein, dass die Auswirkungen von sozialen Medien auf die psychische Gesundheit «umstritten» seien. Dennoch sei der Bundesrat «bereit, die Situation in einem Bericht genauer zu analysieren.» Stimmt der Ständerat dem Vorstoss zu, kann der Bundesrat einen Bericht zum Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ausarbeiten. (Dajana Dakic/rja)


Dieser Artikel erschien zuerst in der Netzwoche.

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