Publicis: Mit KI gegen Greenwashing
Aussagen wie «nachhaltig», «klimaneutral» & Co. werden künftig stärker reguliert. Damit Werbekunden auf der sicheren Seite sind, setzt Publicis nun auf ein eigenes Tool gegen Greenwashing – mit Künstlicher Intelligenz.

Treten entsprechende Gesetze in Deutschland in Kraft, riskieren Unternehmen empfindliche Strafen, wenn sie falsche und nicht nachprüfbare Aussagen zur Nachhaltigkeit ihrer Produkte treffen. Die Publicis Groupe hat sich bereits 2009 gegen Greenwashing ausgesprochen und dies fest in ihrer Unternehmenspolitik verankert. Damit ihre Kunden Risiken künftig schneller erkennen und vermeiden können, ohne Nachhaltigkeitsaspekte komplett aus ihrer Kommunikation zu streichen (Greenhushing), setzt die Publicis Groupe nun auch auf Künstliche Intelligenz (KI).
Neun Regeln der ARPP
Alle Agenturen der Publicis Groupe verfügen über die von Publicis Sapient entwickelte Anti-Greenwashing KI. Das Tool basiert auf den neun Regeln der ARPP (Autorité de Régulation Professionnelle de la Publicité) in Frankreich, einer Behörde für die Selbstregulierung der Werbebranche, deren Vorschriften für nachhaltige Entwicklung und Kommunikation als die strengsten in Europa gelten. Das Tool wird künftig auch um die EU Green-Claims-Richtlinie erweitert und wird ab sofort auch für deutschsprachige Kampagnen genutzt.
Projektteams der Publicis-Agenturen können über das Interface des Tools sowohl Text- als auch Bildformate hochladen und in wenigen Sekunden überprüfen lassen. Die KI analysiert Werbeslogans, Formulierungen und bildhafte Darstellung auf Nachhaltigkeitsaussagen. Dabei versteht sie Zusammenhänge zwischen den gezeigten Motiven, wie Produkten oder Personen, und den jeweiligen positiven oder negativen Umweltauswirkungen. Als Ergebnis gibt sie kritische Hinweise darauf, welche Nachhaltigkeitsversprechen erklärt oder mit zusätzlichen Fakten belegt werden sollten.
