«Es war ein Schaulaufen der Datenexpert:innen»

170 Teilnehmer:innen, spannende Vorträge und exklusive Einblicke in die Welt der vernetzten Daten: Der Medienforschungstag 2024 bot eine beeindruckende Mischung aus Fachwissen und Praxis. Moderiert von Vanessa Meier, standen besonders die Herausforderungen der Datenverknüpfung im Fokus.

Prägten den Medienforschungstag 2024 – Alle Datenexepert:innen mit Moderatorin Vanessa Meier auf der Bühne im Westhive (Bilder: Beat Hürlimann)

Der Medienforschungstag 2024 stand ganz im Zeichen der Datenvernetzung. Rund 170 Vertreter:innen der Medien- und Werbebranche trafen sich im Zürcher Westhive, um sich über die neuesten Entwicklungen in der Nutzung und Verknüpfung von Daten auszutauschen. Der Event bot nicht nur eine Plattform für Wissensaustausch, sondern auch spannende Diskussionen über die Herausforderungen der datengetriebenen Zukunft. Unter den Teilnehmer:innen befanden sich führende Köpfe aus Organisationen wie Wemf, MediaPulse, OneLog, und WebRepublic, die Einblicke in ihre Arbeit gaben. Vanessa Meier, Nachrichtenmoderatorin bei TeleZüri, führte professionell und charmant durch den Tag.

Von gesammelten zu vernetzten Daten: Das Hauptthema des Tages

Die zentrale Frage, die den Tag prägte, war, wie sich gesammelte Datensätze zu umfassenden Datenschätzen vernetzen lassen. Dr. Jella Hoffmann, CEO der Wemf, betonte die Notwendigkeit qualitativ hochwertiger Daten und die Bedeutung von effektiven Verbindungen, um maximale Erkenntnisse daraus zu gewinnen. In ihrem Interview mit m&k erklärte sie: «Es war wirklich ein Schaulaufen der Datenexpert:innen. Die Herausforderung besteht darin, Daten nicht nur zu sammeln, sondern sie effizient zu verknüpfen, um ihre volle Kraft entfalten zu können.»

Einfluss der Datenvernetzung auf Start-ups und Investorenentscheidungen

Regula Bleuler von der Swiss Startup Association unterstrich die Bedeutung der Datenvernetzung speziell für Start-ups. Sie erklärte, dass gerade Jungunternehmen von modernen IT-Systemen profitieren, da sie oft ohne veraltete Infrastrukturen starten können. «Investoren legen grossen Wert auf saubere und verknüpfte Daten,» so Bleuler. «Firmen, die keine klaren Daten ausweisen können, werden kaum Kapital erhalten.» Ein nachvollziehbares Argument, schliesslich ist es entscheidend, dass Start-ups ihre Kundenbasis und Wachstumsstrategie auf Basis transparenter Daten belegen können, um für Investoren attraktiv zu sein.

Praxisnahe Einblicke von Branchenexperten

Die Vorträge waren reich an praxisnahen Einblicken und konkreten Anwendungsbeispielen. Marc Sele von der WEMF thematisierte dynamische Entwicklungen im Bereich der Audits, während Mirco Marr von MediaPulse seine Erkenntnisse zu konvergenten Forschungsprodukten teilte und eine Einschätzung zur Marktnachfrage abgab. Marr betonte, dass die Nachfrage nach vernetzten Produkten steige und MediaPulse in diesem Bereich auf einem guten Weg sei.

Dr. Marc Sele, Deputy CEO and Executive Director of Data and Tools WEMF

Felix H. Mende von SPR+ fokussierte sich auf die Herausforderungen und Erfolge der Zusammenarbeit mit WEMF im Rahmen der Mach-Strategy und hob hervor, wie entscheidend die Datenverknüpfung für zukunftsfähige Forschung ist. «Die Zusammenarbeit zeigt, dass eine erfolgreiche Implementierung von Connected Data entscheidend ist, um aktuelle und künftige Herausforderungen zu meistern,» erklärte Mende.

Christof Kaufmann, Felix Mende, Mirco Marr

Kino im digitalen Zeitalter: Die Perspektive von Christof Kaufmann

Christof Kaufmann von Weischer.Cinema stellte dar, wie sich auch das Kino in einer zunehmend digitalen und datengetriebenen Welt behaupten kann. Er betonte, dass Kino als Medium keineswegs aus der Zeit gefallen ist. «Das Kino bleibt ein wichtiger Touchpoint für Werbetreibende,» so Kaufmann. Er verwies darauf, dass Bewegtbild und kinotypische Erlebnisse weiterhin stark gefragt sind, da sie eine einzigartige und immersive Wirkung auf die Zuschauer haben, die durch digitale Kanäle allein nicht zu ersetzen ist.

Bewegtbild als wichtiger Bestandteil der Ansprache junger Zielgruppen

Siri Fischer von Igem hob in ihrem Vortrag die Bedeutung von geschlechterspezifischen Unterschieden in der News-Nutzung hervor und ging dabei speziell auf die Präferenzen junger Menschen ein. Sie betonte, dass junge Männer besonders auf Videoformate ansprächen, während junge Frauen oft Bildbeiträge bevorzugen. Um zielgruppengerechte Inhalte zu liefern, müsse man solche Unterschiede berücksichtigen und crossmediale Ansätze fördern, die digitale Präferenzen in der Medienplanung reflektieren.

Innovative Tools im Einsatz: WebRepublic und die WEMF-Partnerschaft

Valérie André von WebRepublic, eine der führenden Digitalagenturen der Schweiz, brachte das Thema strategischer Datenanalyse auf den Punkt. Sie zeigte auf, wie Daten die Entscheidungsprozesse in der Planung und Umsetzung von Kampagnen beeinflussen. «Wir nutzen verschiedene WEMF-Tools wie Mach-Strategy und Agency.OS intensiv und sind äusserst zufrieden damit,» erklärte André im m&k-Interview. «Die Anbindung an diese Tools hat unsere Prozesse erheblich vereinfacht und uns ermöglicht, Daten nahtlos in unsere täglichen Abläufe zu integrieren.»

Einblicke in neue Tools und Innovationen

Ein Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung des erst kürzlich lancierten Wemf-Produkts Rapid, das besonders im Bereich Echtzeitdaten-Anreicherung zum Einsatz kommt. Der entsprechende Vortrag zeigte eindrucksvoll, wie mit dem RAPID-Datensatz Nutzerdaten in Echtzeit angereichert und für präzise Werbeausspielung verwendet werden können. Dies ermöglicht eine noch gezieltere Ansprache von Zielgruppen und stellt ein wertvolles Werkzeug für Werbetreibende dar.

Finn Stein, Hauke Broschat, Dr. Marc Sele

Verlässlichkeit der Datenanalyse: Hauke Broschat zur PAC-Zertifizierung

Hauke Broschat von Ringier Advertising sprach über seine positive Erfahrung mit der PAC-Zertifizierung (Prediction Accuracy Check) der WEMF. «Unsere internen Targetings und Analysen haben sich als äusserst präzise erwiesen,» erklärte Broschat. Mit einem Score von über 92 von 100 Punkten sieht sich Ringier Advertising gut aufgestellt, um seine Datenstrategie weiter zu verbessern. Der Austausch über diese Qualitätsinitiativen zeigt, wie wichtig ein fundiertes Datenmanagement ist, um Transparenz und Vertrauen bei Kund:innen zu fördern.

Resonanz und Ausblick

Die Teilnehmer des Medienforschungstags 2024 zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und Tiefe der behandelten Themen. Für viele war es spannend zu hören, wie die verschiedenen Partner, darunter auch die Wemf, die Herausforderungen der Datenverknüpfung angehen. Ein Besucher beschrieb, wie das Konzept der Datenintegration deutlich macht, dass das altbekannte «Silo-Denken» zunehmend durch ein vernetztes Verständnis von Daten ersetzt wird. Diese Entwicklung eröffnet neue Möglichkeiten, Erkenntnisse umfassender zu nutzen und die Effizienz von Strategien signifikant zu steigern.

Für einige war, wie zuvor schon erwähnt, das neu vorgestellte Wemf-Tool Rapid ein besonderes Highlight. «Rapid ist ein wichtiger Schritt in Richtung Künstliche Intelligenz,» kommentierte ein Teilnehmer, der vor allem die erweiterten Analysemöglichkeiten betonte. Diese Innovation zeigt, dass die Wemf mit den steigenden Anforderungen an Echtzeitdaten Schritt hält und zukunftsgerichtete Lösungen bereitstellt. Auch die Bedeutung von APIs wurde mehrfach hervorgehoben: «Wir brauchen dringend APIs, um Daten nahtlos integrieren zu können. Die Entwicklungen bei der Wemf sind hier richtungsweisend,» äusserte sich ein Vertreter von WebRepublic.

«Ich freue mich, all diese neuen Entwicklungen im Bereich OneID und datengetriebenes Marketing meinen Studierenden näherzubringen,» erklärte eine Professorin der Universität St. Gallen.

Das Gesamtfazit des Tages lässt sich auf eine zentrale Erkenntnis verdichten: Die datengetriebene Zukunft verlangt nach mehr als nur der reinen Datensammlung. Vernetzte Daten, die in Echtzeit zugänglich und für Analysen nutzbar sind, stellen die Grundlage für jede erfolgreiche Strategie dar. Dabei wurde auch deutlich, dass viele Fachleute noch vor Herausforderungen stehen, insbesondere wenn es um technische Implementierungen wie APIs geht. Es gibt einen klaren Bedarf an weiteren Schulungen und Investitionen in saubere Daten und technische Grundlagen.

Die Veranstaltung war mehr als nur ein Treffen von Expert:innen – sie war ein inspirierender Austausch, der neue Perspektiven eröffnete und viele mit einem Gefühl der Vorfreude auf zukünftige Entwicklungen zurückliess. Die nächste Ausgabe des Medienforschungstags wird gespannt erwartet, da sie zweifellos an die Themen anschliessen wird, die 2024 den Nerv der Branche getroffen haben.

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