Google Studie: Generative KI als Wachstumsmotor der Schweizer Wirtschaft?
Eine neue Studie im Auftrag von Google zeigt auf, dass generative Künstliche Intelligenz (KI) das Potenzial hat, die Schweizer Wirtschaft bis 2034 um bis zu 85 Milliarden Franken zu steigern. Doch der Weg dahin ist steinig: s braucht Investitionen, Innovationen und eine klare Strategie. Der Einfluss auf den Arbeitsmarkt ist enorm – doch auch Risiken sind nicht zu unterschätzen.
Die Studie «Das wirtschaftliche Potenzial von KI für die Schweiz», durchgeführt von der Implement Consulting Group und unterstützt durch economiesuisse, zeigt beeindruckende Ergebnisse: Der Einsatz generativer KI könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz innerhalb der nächsten zehn Jahre um bis zu 11 Prozent steigern, was einem jährlichen Zuwachs von 80 bis 85 Milliarden Franken entspricht. Vor allem wissensintensive Branchen im Dienstleistungssektor, die rund 80 Prozent des wirtschaftlichen Potenzials ausmachen, könnten von dieser Entwicklung profitieren.
Monika Rühl, Vorsitzende der Geschäftsleitung von economiesuisse, unterstreicht das Potenzial: «Die Studie zeigt, dass das Potenzial generativer KI in der Schweiz enorm und grösser als in den meisten anderen europäischen Ländern ist. Eine schnelle Implementierung von KI könnte bis in zehn Jahren rund 80 bis 85 Milliarden Franken pro Jahr zum BIP beitragen – eine schöne KI-Rente für die Schweiz. Ganz nebenbei unterstützt uns generative KI dabei, die Herausforderungen unserer Zeit anzugehen: vom Fachkräftemangel über den Klimawandel bis zum Gesundheitswesen.»
Arbeitsplätze im Wandel
Generative KI wird voraussichtlich 3,9 Millionen Arbeitsplätze in der Schweiz beeinflussen, wobei 66 Prozent der Arbeitsplätze unterstützt und nur ein kleiner Teil stark automatisiert werden dürfte. Für viele Arbeitsplätze könnte KI eine Art digitaler Assistent werden, der Routineaufgaben übernimmt und Mitarbeitende bei komplexen Tätigkeiten unterstützt. So wird erwartet, dass die Gesamtbeschäftigung stabil bleibt, obwohl einige Aufgaben automatisiert werden.
Christine Antlanger-Winter, Länderchefin von Google Schweiz, hebt die Chancen hervor: «Die Schweiz hat eine ideale Ausgangslage, um das volle Potenzial von KI für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum auszuschöpfen. Das ist aber kein Selbstläufer. Wir müssen weiter in Forschung und Entwicklung investieren, die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen stärken und die Aus- und Weiterbildung fördern. Gleichzeitig ist die verantwortungsvolle Entwicklung und der bewusste Einsatz von KI zentral.»
Die Schweiz muss investieren – oder der Anschluss geht verloren
Die Schweiz steht gut da: Ein starkes Innovationsökosystem, ein innovationsfreundliches regulatorisches Umfeld und Spitzenpositionen in Forschung und Entwicklung verschaffen dem Land Vorteile gegenüber anderen europäischen Staaten. Doch im globalen Vergleich, vor allem gegenüber den USA, besteht Nachholbedarf. Laut Studienautor Martin H. Thelle von der Implement Consulting Group ist es entscheidend, die derzeitige Ausgangslage zu nutzen: «Die Schweiz verfügt über eines der grössten Potenziale für generative KI in Europa, dank ihrer führenden Rolle in den meisten Innovationsindikatoren, wie Fachkräfte, Forschung und Entwicklung. Im globalen Vergleich hingegen fällt die Schweiz hinter die USA zurück. Um das volle Potenzial von generativer KI auszuschöpfen, bedarf es spezialisierterer KI-Anwendungen.»
Die Studienautoren betonen die Notwendigkeit weiterer Investitionen in Ausbildung, Forschung und Infrastruktur, um das volle wirtschaftliche Potenzial von KI auszuschöpfen. Auch regulatorisch müssen Weichen gestellt werden, um Innovationsbremsen zu vermeiden. Monika Rühl warnt: »Entweder sichern wir uns die KI-Rente und machen unseren Standort fit für die Zukunft, oder der Zug fährt an uns vorbei.»
Kritischer Blick auf KI: Nicht nur Chancen, auch Risiken
Generative KI birgt jedoch nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen. Datenschutz, Transparenz und die Gefahr der Überregulierung stehen im Fokus der Diskussion. KI muss verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt werden, um Vertrauen in die Technologie zu schaffen. Der kritische Diskurs über den Einfluss von KI auf Arbeitsplätze und die Gesellschaft muss geführt werden, um sicherzustellen, dass die Technologie zum Wohlstand der gesamten Bevölkerung beiträgt und nicht nur wenigen zugutekommt. Christine Antlanger-Winter fasst es zusammen: «Ganz im Sinne des Google-KI-Prinzips ‘bold and responsible’ können wir das wirtschaftliche Potenzial nutzen und dafür sorgen, dass KI der gesamten Gesellschaft zugutekommt.“
Fazit: Eine Chance für die Zukunft – mit Bedacht nutzen
Die Schweiz hat das Potenzial, zu einem Vorreiter in der Nutzung generativer KI zu werden, muss aber klug in ihre Stärken investieren und zugleich die Herausforderungen meistern. Nur so kann das Land die KI-Rente sichern und einen Platz an der Spitze der digitalen Wirtschaft behaupten.



