Zu guter Letzt: Entlassungen und hohe Sterberate bei Journalisten – Tendenz steigend
In Moskau ist eine Journalistin entlassen worden, nachdem sie über die Brutalität von Spezialeinheiten während einer Anti-Kreml-Demo berichtet hatte. Fünf Monate nach dem Mord an Anna Politkowskaja bangen Journalisten immer mehr um ihre (Presse)freiheit.
In Moskau ist eine Journalistin entlassen worden, nachdem sie über die Brutalität von Spezialeinheiten während einer Anti-Kreml-Demo berichtet hatte. Fünf Monate nach dem Mord an Anna Politkowskaja bangen Journalisten immer mehr um ihre (Presse)freiheit.Irina Vorobeva wurde vom staatlichen Radiosender, bei dem sie arbeitete, verboten, über die Ausschreitungen an der Anti-Kreml-Demo zu berichten. Also gab sie ein Interview im unabhängigen Radio Echo Moskvy. Ihre Aussagen bewirkten die sofortige Kündigung. Aber nicht nur der Staat wirft Journalisten Knüppel zwischen die Beine: Erst vor wenigen Tagen wurde Daniele Mastrogiacomo, ein italienisch-schweizerischer Korrespondent der Zeitung La Repubblica von Taliban-Kämpfern entführt.
Journalisten werden oft des Vorwurfs bezichtigt, Jagd auf unschuldige Opfer und Politiker zu machen, um die saftigste Geschichte zu ergattern und sie dann mit der eigenen Boulevard-Sauce zu würzen. Doch allein letztes Jahr wurden laut Reporter ohne Grenzen 81 Journalisten getötet, mindestens 871 festgenommen und 56 entführt. Drohungen rechnet man in vierstelligen Zahlen, Kündigungen werden nicht erfasst. So schlimme Zahlen hatten wir seit 1994 nicht mehr.
Solange staatliche und militär-ähnliche Institutionen Zensur und Gewalt ausüben können, wird es Journalisten geben, die sich quer stellen und für die Pressefreiheit kämpfen. Nicht, weil sie die aufsehenerregendsten Nachrichten als erste veröffentlichen wollen, sondern weil zu viele Menschen unter dem Stillschweigen leiden müssen.
Journalisten werden oft des Vorwurfs bezichtigt, Jagd auf unschuldige Opfer und Politiker zu machen, um die saftigste Geschichte zu ergattern und sie dann mit der eigenen Boulevard-Sauce zu würzen. Doch allein letztes Jahr wurden laut Reporter ohne Grenzen 81 Journalisten getötet, mindestens 871 festgenommen und 56 entführt. Drohungen rechnet man in vierstelligen Zahlen, Kündigungen werden nicht erfasst. So schlimme Zahlen hatten wir seit 1994 nicht mehr.
Solange staatliche und militär-ähnliche Institutionen Zensur und Gewalt ausüben können, wird es Journalisten geben, die sich quer stellen und für die Pressefreiheit kämpfen. Nicht, weil sie die aufsehenerregendsten Nachrichten als erste veröffentlichen wollen, sondern weil zu viele Menschen unter dem Stillschweigen leiden müssen.
