Zu guter Letzt: Werbeüberdruss ist keine Notstand

Eine Gruppe hartnäckiger Werbegegner ist in Paris zu einer symbolischen Geldstrafe verurteilt worden: Die sieben Aktivisten müssen nach dem Urteil des Strafgerichts vom vergangenen Freitag einen Euro zahlen, weil sie Plakate mit Parolen bekritzelt hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte 500 Euro Strafe gefordert.

Eine Gruppe hartnäckiger Werbegegner ist in Paris zu einer symbolischen Geldstrafe verurteilt worden: Die sieben Aktivisten müssen nach dem Urteil des Strafgerichts vom vergangenen Freitag einen Euro zahlen, weil sie Plakate mit Parolen bekritzelt hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte 500 Euro Strafe gefordert.  
Die Verurteilten zeigten sich hoch zufrieden. «Diese symbolische Strafe zeigt, dass die Richterin berücksichtigt hat, was bei unserem Kampf auf dem Spiel steht», wird einer der Missetäter bei der SDA zitiert. Die Aktivisten haben sich dem Kampf gegen die «Dauerberieselung» mit Werbung verschrieben und beschmieren in Paris, aber auch in anderen französischen Städten, seit Monaten Plakatwände im Freien oder in der U-Bahn. Anstatt sich anschliessend aus dem Staub zu machen, warten die «Déboulonneurs» (Herunterreisser) bei ihren Aktionen auf die Polizei, um sich abführen zu lassen. «Der zivile Ungehorsam ist das einzige Mittel, das wir heute haben, um die Debatte voranzubringen», sagte ein Aktivist nach dem Urteil. Die Richterin stellte statt der von der Staatsanwaltschaft beklagten «schweren Sachbeschädigung» nur eine «leichte, gemeinschaftliche Sachbeschädigung durch Beschreiben» fest. Sie wies allerdings auch einen von den Aktivisten geltend gemachten «Notstand» zurück. Damit hatten die Werbegegner ihre Aktionen während des Prozesses begründet.

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