Wo Kommunikationsprofis KI intensiv nutzen – und wo nicht
Texten ja, Krisenmanagement nein. Im aktuellen PR-Trendmonitor von News Aktuell wird beleuchtet, in welchen Bereichen Kommunikationsprofis Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen.

An erster Stelle der Nutzung von KI im Kommunikationsalltag stehen die Bereiche Übersetzungen, Texterstellung und -überarbeitung sowie Themen- und Trendfindung. Dabei setzen 43 Prozent der PR-Profis KI stark oder sehr stark für Übersetzungen ein, ein Drittel lässt sich intensiv bei der Texterstellung und -überarbeitung helfen (33 Prozent), bei der Themen- und Trendfindung greifen 16 Prozent der Kommunikator:innen verstärkt auf den digitalen Helfer zurück.
Eher selten wird Künstliche Intelligenz in Bereichen genutzt, in denen es um Produktion und Bearbeitung von ergänzendem Medienmaterial geht. So verwenden nur 8 Prozent bereits intensiv KI zur Bilderkennung und 4 Prozent stark beziehungsweise sehr stark für die Video- und Audioproduktion und -bearbeitung.
Keine KI bei Krisen- und Reputationsmanagement
Deutlich ausbaufähig ist der Einsatz von KI bei Themen wie Krisenprävention, Reputationsmanagement und Influencer Relations, bei denen die digitalen Helfer bei einem Grossteil der Befragten gar nicht herangezogen werden.
Auf die Frage, wie intensiv die PR-Profis KI in den genannten Bereichen einsetzen, antworten knapp drei Viertel (73 Prozent) der Befragten, dass sie Krisenprävention und Krisenmanagement gar nicht in die Hände einer KI legen, 68 Prozent sagen dies auch beim Thema Reputationsmanagement und zwei Drittel geben dies für den Bereich Influencer Marketing/Influencer Relations an (66 Prozent).
Chancen und Risiken von KI im Kommunikationsalltag
Worauf genau setzen die PR-Schaffenden – so sie KI nutzen – ihre Hoffnungen und wobei haben sie Bedenken? Zwei starke Drittel erhoffen sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine Automatisierung von Routineaufgaben, um in der Folge mehr Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten wie zum Beispiel Strategie, Konzeption, Kreation oder Stakeholder-Betreuung zu haben (67 Prozent). Eine Steigerung der Kreativität durch KI-gestützte Ideenfindung wird von mehr als der Hälfte als Chance gesehen (51 Prozent). Ein knappes Drittel erhofft sich eine effizientere Datenauswertung (32 Prozent).
Auf die Frage nach den grössten Ängsten, die die PR-Profis mit KI und ihrer Arbeit verbinden, nennt die Hälfte der Befragten die mangelnde Überprüfbarkeit und Kontrolle der Informationen (51 Prozent). An zweiter Stelle wird der Verlust menschlicher Fähigkeiten wie zum Beispiel kritisches Hinterfragen befürchtet (35 Prozent) und an dritter Stelle sorgen Unklarheiten über rechtliche Rahmenbedingungen und Urheberfragen bei der Zusammenarbeit mit KI-Systemen für Unsicherheit (34 Prozent).
Ausgewählte Ergebnisse im Detail
In welchen Bereichen der professionellen Kommunikation setzen Sie KI bereits ein?
- Texterstellung und -überarbeitung 68%
- Übersetzungen 54%
- Themen- und Trendfindung 31%
- Bildproduktion 25%
- Verschlagwortung von Content 19%
- Social-Media-Planung / -Konzeption 14%
- Media-Monitoring 11%
- Bilderkennung 10%
- Videoproduktion 10%
- Audioproduktion und -bearbeitung 8%
- Verifikation von Informationen 8%
- Zielgruppenanalyse 8%
- Wettbewerbsanalyse 8%
- Erfolgsanalyse und -auswertung 7%
- Krisenprävention und Krisenmanagement 4%
- Reputationsmanagement 3%
- Influencer Marketing / Influencer Relations 0%
- Wir setzen bisher keine KI ein 17%
Welche sind Ihre drei grössten Hoffnungen, die Sie mit KI und Ihrer Arbeit verbinden?
- Automatisierung von Routineaufgaben und mehr Zeit für anspruchsvolle Tätigkeiten 67%
- Steigerung der Kreativität durch KI-unterstützte Ideenfindung 51%
- Effizientere Datenauswertung und Datenanalysen 32%
- Verbesserte Effektivität von Kampagnen durch gezielte KI-Optimierung 20%
- Verbesserte Zielgruppenanalyse und zielgerichtetere Kommunikationsmassnahmen 15%
- Höhere Wettbewerbsfähigkeit 13%
- Schnellere Identifizierung von Chancen und Risiken 11%
- Erweiterte Möglichkeiten für Trendvorhersagen 8%
- Personalisierte Kundenkommunikation 6%
- Keine Hoffnungen 5%
- Weiss nicht 2%
Welche sind Ihre drei grössten Ängste, die Sie mit KI und Ihrer Arbeit verbinden?
- Mangelnde Überprüfbarkeit und Kontrolle der Informationen 51%
- Verlust menschlicher Fähigkeiten (wie z.B.: kritisches Hinterfragen) 35%
- Unklarheiten über rechtliche Rahmenbedingungen und Urheberfragen bei der Zusammenarbeit mit KI-Systemen 34%
- Datenschutz- und Sicherheitsbedenken (möglicher Missbrauch von gesammelten Daten) 27%
- Moralische und Ethik-Bedenken (Transparenz, Privatsphäre, Authentizität) 22%
- Zunehmende Abhängigkeit von KI-Systemen und von der Qualität der KI 21%
- Abbau und Verlust von Arbeitsplätzen 16%
- Veränderung der ethischen Standards in der Branche 15%
- Verlust von Kreativität 13%
- Mehr Arbeitsverdichtung 12%
- Verunsicherung und fehlende Anpassungsfähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an neue Technologien 11%
- Mangelnde Kenntnisse und Weiterbildungsmöglichkeiten 9%
- Kosten und Ressourcen für die Implementierung von neuen KI-Technologien 6%
- Veränderung der Arbeitsdynamiken 5%
- Keine Ängste 3%
- Weiss nicht 1%
Für den «PR-Trendmonitor von News Aktuell und PER» wurde eine Online-Befragung im Februar 2024 unter 327 Kommunikationsprofis aus Unternehmen, Organisationen und PR-Agenturen in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt. Weitere Ergebnisse auf dem Newsaktuell-Blog.
