Zu guter Letzt: Uri, Schwyz und Guantanamo

Die CIA-Fax-Affäre deckt einige überwunden geglaubte durch und durch negativen Aspekte des Schweizerischen Nationalcharakters gnadenlos auf: Grenzenlose Kleinkariertheit und sträfliche Humorarmut sowie militärische Minderwertigkeitskomplexe (weil wir im Zweiten Weltkrieg nicht richtig dabei waren?). Kein Wunder schreitet die Internationale ein.

 Die CIA-Fax-Affäre deckt einige überwunden geglaubte durch und durch negativen Aspekte des Schweizerischen Nationalcharakters gnadenlos auf: Grenzenlose Kleinkariertheit und sträfliche Humorarmut sowie militärische Minderwertigkeitskomplexe (wohl weil wir im Zweiten Weltkrieg nicht richtig dabei waren?). Kein Wunder schreitet die Internationale ein. Für jene dies noch nicht mitgekriegt haben: Drei Journalisten des SonntagsBlick werden am 17. April vor ein Militärgericht in St. Gallen gestellt, weil sie im Zusammenhang mit den vermuteten CIA-Geheimgefängnissen einen Fax abgefangen und publiziert hatten. Ihnen wird vorgeworfen, den Schweizerischen Nachrichtendienst erheblich geschwächt zu haben. Seither sehen sie sich absurden Druckversuchen des Schweizer Militärs ausgesetzt, die nun solch kafkaeske Aussmasse angenommen haben, dass sich die regionale Gruppe der Eropäischen Föderation der Journalistinnen und Journalisten gezwungen sah, in der Sache aktiv zu werden. In einer Stellungnahme am Donnerstag verurteilte sie die Vorgänge im Schweizerland scharf und hielt fest, dass der Fall nicht Sache der Militärjustiz sei, sondern zivilgerichtlich beurteilt werden müsse. Zudem sei es nicht das erste Mal, dass die Schweiz investigative Journalisten einzuschüchtern und sie von der Publikation von Dokumenten abzuhalten versuche, die die Regierung lieber geheim halten möchte. Das passt besser in eine Diktatur und nicht ins Land der Superstreber der Demokratie.

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