Zu guter Letzt: Antiamerikanische Amerikaner in Cannes

Leonardo DiCaprio kritisiert Bushs Umweltpolitik, der Filmemacher Michael Moore geisselt in seinem neuen Film Sicko das amerikanische Gesundheitssystem als unmoralisch und barbarisch. Am 60. Internationalen Filmfestival zeigt sich, dass Antiamerikanismus nicht nur angebracht, sondern auch eine gute Werbestrategie ist.

 Leonardo DiCaprio kritisiert Bushs Umweltpolitik, der Filmemacher Michael Moore geisselt in seinem neuen Film Sicko das amerikanische Gesundheitssystem als unmoralisch und barbarisch. Am 60. Internationalen Filmfestival zeigt sich, dass Antiamerikanismus nicht nur angebracht, sondern auch eine gute Werbestrategie ist. Erneut rüttelt Moore an einem Grundpfeiler der US-Gesellschaft. Sein Dokumentarfilm «Sicko» behandelt die krassen Mängel des US-Gesundheitssystems. Viele Amerikaner seien nicht krankenversichert, die medizinische Versorgung werde nur unter kommerziellen Aspekten betrieben, so Moore, das sei «unmoralisch». Der Film schildert gewohnt polemischem Einzelschicksale wie etwa den Bankrott eines Ehepaares, das nach Herzinfarkt und Krebserkrankung die Arztkosten nicht bezahlen konnte. Am Ende seines Films versucht Moore, per Schiff das Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba zu erreichen. Mit an Bord: eine Gruppe von 9/11-Patienten. Sie sollten sich dort behandeln lassen, weil die medizinische Versorgung der Terrorverdächtigen in Guantánamo besser sei als die der Rettungshelfer in den USA. Nun ermittelt das US-Finanzmisisterium wegen Verstoss gegen das Kuba Embargo. Moore droht eine Geld- oder Gefängnisstrafe. Der ausserhalb des Wettbewerbs laufende Film erhielt nach der Pressevorführung viel Applaus. Derweil reitet Leonardo DiCaprio auf der grünen Welle: «George W. Bush hat sehr wenig für den Umweltschutz getan», sagte DiCaprio am Samstag bei den Filmfestspielen in Cannes. Dort stellte er seinen neuen Film «The 11th Hour» vor. Der Dokumentarfilm analysiert die Lage der Umwelt sowie die zu erwartenden Folgen ihrer Zerstörung. Das Werk wurde von DiCaprio mitproduziert, der ausserdem die Rolle des Sprechers übernommen hat.

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