Zu guter Letzt: J.-P. Love wird abgehört

Am Montag erreichte die Werbewoche eine Medienmitteilung mit dem Titel «Unglaublich! Lausch-Angriff auf J.-P. Love». Doch wer eine Schnüffelaktion im Stil der Fichenaffäre wittert, liegt ganz falsch.

Am Montag erreichte die Werbewoche eine Medienmitteilung mit dem Titel «Unglaublich! Lausch-Angriff auf J.-P. Love». Da schwante der Redaktion schon Böses: Sind die prüden Zeiten zurück, als das ausschweifende Sexualleben eines Pornostars reichte, um vom Staatsschutz in eine Kartei eingetragen zu werden? Doch wer eine Schnüffelaktion im Stil der Fichenaffäre witterte, lag ganz falsch. Der Sender U1 TV verkabelt nämlich seinen langhaarigen Moderator selbst. Gegen eine Gebühr von 50 Rappen pro Minute und 1.50 Franken pro Anruf kann jeder mithören, was Love gerade treibt. Der Pressetext verspricht, dass man via Telefonhörer rund um die Uhr am Leben des Pornodarstellers teilnehmen kann: «J.-P. Love ist 24 Stunden abhörbar, sei er gerade auf einem Pornodreh, mit seiner Mutter am Kaffee trinken oder in einer pikanten Situation mit einer Gespielin (oder gar Gespiele?)». Und die Freude ist nicht von kurzer Dauer: «J.-P. Love soll voraussichtlich für ein ganzes Jahr kein privates Gespräch mehr führen können!» U1 TV hofft, dass Love für eine Menge Gesprächsstoff sorgen wird.
Der poppende Mime brachte den Blätterwald in den letzten Wochen immerhin schon ein paar Mal zum Rauschen. Und zwar wegen seinem angeblichen Skandalvideo mit Baschi, der Nation liebstem Ex-Castingshowkandidaten. Fraglich bleibt einzig, ob Love nicht schon so sehr «News von gestern» ist, dass man damit nicht mal mehr das peinliche Schweigen während der Liftfahrt mit dem Chef überbrücken kann.

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