Zu guter Letzt: iPhone, also bin ich
Seit Freitagabend um 18 Uhr Ortszeit ist in den USA Apples iPhone auf dem Markt. Das Gerät beherrscht die Schlagzeilen. Kommunikationsleute müssen eingestehen: Apple ist ein grandioser Coup gelungen.
Seit Freitagabend um 18 Uhr Ortszeit ist in den USA Apples iPhone auf dem Markt. Der Wirbel um das Telefon ist gewaltig, Apple-Fans lecken sich seit dem Tag seiner Ankündigung die Finger danach. Kaufwillige campierten stundenlang im Regen vor dem Laden, der die verheissenen Geräte vertickte. Als das erste Telefon über den Ladentisch ging, brandete Applaus auf. Obwohl das Gerät in Europa erst gegen Ende Jahr auf den Markt kommt, beherrscht es auch hierzulande die Medien. Weltweit erschienen in den letzten Tagen über zehntausend Artikel zum Thema, rechnet die NZZ am Sonntag vor. Will man Google News Glauben schenken, kommen online stündlich hunderte Medienberichte dazu. Das Magazin New York setzte Apple-Chef Steve Jobs auf die Frontseite und titelte dazu «iGod». Sogar das ernste Wall Street Journal liess sich zur Schlagzeile «Jesus Phone» hinreissen. Während sich Gesellschaftswissenschafter nun den Kopf zerbrechen können darüber, wieso ein simples Mobiltelefon plötzlich den Status eines religiösen Heilmittels errungen hat, müssen Kommunikationsleute eingestehen: Apple ist ein grandioser Coup gelungen. Man wagt kaum zu rechnen, was all die mediale Aufmerksamkeit gekostet hätte, wollte man dafür Anzeigenraum kaufen. Im Trubel geht nur das leise Seufzen der Anzeigenleiter rund um den Globus unter: Sie wünschen sich in ihren kühnsten Träumen, dass das iPhone die Inserateseiten ebenso beherrschen würde wie den redaktionellen Teil.
