Zu guter Letzt: Wenn Moritz auf Thomas trifft
Moritz Leuenberger hielt am Donnerstag die Rede für den diesjährigen Cicero-Preisträger Thomas Gottschalk.
Moritz Leuenberger hielt am Donnerstag die Rede für den diesjährigen Cicero-Preisträger Thomas Gottschalk. Der Medien- und Verkehrsminister hatte diesen Preis selbst schon einmal eingesackt, und zwar als allererster Preisträger im Jahr 2003. Die Laudatio auf Gottschalk mit dem schönen Titel «Ein Gott, ein Schalk und die heilige Quote oder Was hat die Politik in einer TV-Show zu suchen?» will die Bundskanzlei auch dem hiesigen Volke nicht vorenthalten: Sie ist im Volltext im Internet zu lesen. Leuenberger verwendet die ersten paar Absätze der 20’400 Zeichen langen Rede auf sich selbst und seinen angeblichen Schockzustand, als er erfahren hatte, dass nun ein anderer den Preis in Form einer Büste des antiken Rhetoriker Ciceros erhält. Dann folgen aber doch auch noch genügend Worte über den Entertainer Gottschalk, fein säuberlich getrennt in die Bereich «Gott» und «Schalk». Dass der Entertainer ihn beim ersten Kennenlernn mit dem Satz «Na! Wie geht’s denn der Politik?» abgespiesen habe, bleibt nicht unerwähnt – und gibt Anlass zu einem launigen Vergleich zwischen Politik und Medienbranche. Dass Leuenberger die Fernsehquote nicht als Mass aller Dinge betrachten will, wird ebenfalls deutlich. Der Medienminister, dem böse Zungen nachsagen, er sei den Medien nicht besonders zugetan, hat damit seine Sicht der Dinge wieder einmal kundgetan.
