Zu guter Letzt: Ein Casting für Freisinnige

Was RTL kann, wollen nun auch die Schweizer FDP-Frauen können: Mit einem Casting für viel Rummel sorgen. Die Damen der freisinnigen Partei suchen nämlich für einen Werbespot «real existierende freisinnige Frauen» - so wollen sie sich «lustvoll» von der Gesamtpartei abheben.

 Was RTL kann, wollen nun auch die Schweizer FDP-Frauen können: Mit einem Casting für viel Rummel sorgen. Die Damen der freisinnigen Partei suchen nämlich «real existierende freisinnige Frauen», die sich «mit den Kernanliegen der FDP-Frauen identifizieren» und in einem Wahlspot auftreten wollen, wie es laut Sonntagszeitung in einem internen Papier heisst. Wer dabei sein will, muss sich Ende August in Zürich oder Bern in einem öffentlichen Casting qualifizieren. Der Spot wird Szenen zeigen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie thematisieren. Die Sonntagszeitung argwöhnt, dass die FDP-Frauen mit dieser Aktion eher auf Verpackung denn auf Inhalt setzen wollen. Absicht sei, dass das Casting mehr Aufmerksamkeit erregen werde als der Film selber. Doch FDP-Frauensekretärin Barbara Perriard betont, dass die Frauen ganz ernsthaft bei der Sache seien: «Wir betreiben keinen Spasswahlkampf. Aber wir müssen uns mit lustvollen Umsetzungen von der Gesamtpartei abheben, wenn wir als liberale Frauenlobby wahrgenommen werden wollen». Politik und Lust muss sich ja nicht zwingend ausschliessen. Damit der Spassfaktor erhalten bleibt, ist nun aber zu wünschen, dass die FDP-Damen nicht auf die Idee verfallen, für ihr Casting sendebewusste Juroren à la Dieter Bohlen im helvetischen Format zu verpflichten.

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