Zu guter Letzt: Ein König kehrt zurück

Die Marketingschlacht und Medienekstase zu Elvis' 30. Todestag stehen an. Da werden Robert Redfords 70. Geburtstag und der 60. Unabhängigkeitstag allerhöchstens Nebenschauplätze sein. Denn nur einer kann der King, übermenschliches Kombinat aus Rhythmus, Geld und Libido, sein.

 Die Marketingschlacht und Medienekstase zu Elvis‘ 30. Todestag stehen an. Da werden Robert Redfords 70. Geburtstag und der 60. Unabhängigkeitstag allerhöchstens Nebenschauplätze sein. Denn nur einer kann der King, übermenschliches Kombinat aus Rhythmus, Geld und Libido, sein. Zudem hat er Redford gegenüber einen entscheidenden Marketingvorteil: Er ist tot. Höchstwahrscheinlich… Dass sich das Gedenken an den Lastwagenfahrer mit Hüftschwung mit Vorliebe in Skurrilitäten entlädt, liegt nicht nur am «Love Me Tender» und «In The Ghetto», sondern auch am unschuldigen Charme eines Südstaaten-Unterschichtlers, der gepaart mit wahnwitzigem Reichtum zum wunderbarsten Königsdrama der Popkultur beitrug. Dass auf den Skurrilwert des Elvis-Gedenkens Verlass ist, beweist der Blick ins TV-Programm: Nicht nur die Hochzeitstorte des King wird nachgebacken, seine Kleidung analysiert und der jüngste Elvis-Fan gesucht, auch Theologen, «Sexperten» und Köche dürfen ihre Theorien über den Kult des zuletzt weiß gekleideten Kotelettenmanns stülpen. Bestimmt findet sich auch noch der eine oder andere Leber- oder Schweissfleck in Form des Königsanlitzes. Dass den Hauptanteil des heimischen Elvis-Gedenkens eine Hannes-Rossacher-Doku (Elvis-O-Rama, Donnerstag, ORF und Arte) ausmacht, wundert ebenfalls keinen. Auch wenn das ständige Aufkochen anlässlich diverser Jahres-, Todes- und Geburtstage mitunter gezwungen und uninspiriert wirkt – das institutionelle Erinnern gehört zur medialen Retrogesellschaft. Sich selbst erinnern ist viel anstrengender.

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