Presserat: verschiedene Medien gerügt
Der Presserat hat verschiedene News-Medien gerügt, darunter La Regione, den Nebelspalter, Kath.ch und die Gipfel Zytig.
Der Presserat kam zum Schluss, dass die Wiederveröffentlichung des Artikels erneut die Wahrheitspflicht verletzt hat, wie das Gremium am Freitag mitteilte. Die Person sei erneut ungerechtfertigt identifiziert worden. Der Presserat hiess deswegen eine Beschwerde gegen die Zeitung gut.
Die Titelseite enthielt unter anderem einen Artikel über ein Verbrechen und erwähnte eine Person namentlich, die wegen des Delikts verhaftet worden sei. Die Information war allerdings falsch. Ein Gericht hatte die Zeitung deswegen bereits verurteilt. Schon bei der ersten Publikation war es demnach nicht gerechtfertigt gewesen, den Namen der unschuldigen Person zu nennen.
Nebelspalter: Menschenwürde von SP-Nationalrätin verletzt
Teilweise gerügt vom Presserat wurde auch das satirische Politikmagazin Nebelspalter, weil es in einem Beitrag die Menschenwürde der Berner SP-Nationalrätin Tamara Funiciello verletzt habe. Gemäss dem Presserat ging das Medium bei der Satire zu weit. Das Magazin hatte mit abwertenden Äusserungen zu Funiciellos Grösse, ihrem Gewicht und ihrem Körperbau insinuiert, sie sei als Torhüterin allein wegen ihrer Statur erfolgreich gewesen.
Kath.ch: «Tschugger»-Interview trotz Einwand veröffentlicht
Ebenfalls eine Rüge setzte der Presserat gegen das katholische Onlineportal Kath.ch ab nach der Publikation eines Interviews mit dem Autor, Regisseur und Hauptdarsteller der Fernsehserie «Tschugger». Zum einen war ihm nicht gesagt worden, dass das zum Teil kirchenkritische Gespräch nicht nur wie vereinbart in einem deutschen Film-Fachmagazin erschien, sondern auch in dem Schweizer Onlinemedium mit religiöser Ausrichtung. Zum anderen kritisierte der Presserat, dass das Gespräch trotz Wunsch des Interviewten nicht gelöscht wurde.
«Perfide Assoziation» in der Gipfel Zytig
Zwei schwarze Menschen ungerechtfertigt als Lügner dargestellt hat nach Ansicht des Presserats zudem das Bündner Tourismusblatt Gipfel Zytig mit einer «perfiden Assoziation» auf seiner Witzeseite. Dort hatte es oben zwei schwarze Menschen abgedruckt, die je einen deutschen Pass vor die Kamera hielten, und ins Bild den Kommentar eingefügt: «Wir sind Deutsche.» Darunter waren Köpfe zweier Löwen abgebildet mit dem Satz: «Und wir sind Vegetarier.» (SDA/swi)

