Zu guter Letzt: Moritz in Spontilaune
Bundesrat Leuenberger scheint nicht ganz immun gegenüber der derzeitigen Politkultur zu sein und entdeckt alte Tugenden.
Der eigentlich für seine Zurückhaltung und sein Bekenntnis zur Konkordanz bekannte Bundesrat Moritz Leuenberger scheint gegenüber der derzeit etwas anarchischen oder auch archaischen Politkultur nicht ganz immun zu sein. Am Freitag überraschte er die Öffentlichkeit an einem Anlass, der normalerweise bar jeden Skandalpotenzials ist: Seine Verewigung als Zürcher Regierungsrat durch ein Portrait in der Ahnengalerie. Er könne das Vorgehen von Piero Esteriore verstehen, sagte Leuenberger vor einer verdutzten Zuschauerschar. Esteriore hatte am Donnerstag mit seinem Mercedes die Eingangstüre der Blickredaktion zu Schrott gefahren, weil ein böser Blick-Artikel sein Geburtstagsfest mit einem Mafia-Anlass verglich. Leuenberger ging noch weiter: Er habe Verständnis für das, was Esteriore gemacht habe, er, Leuenberger, würde jedoch nicht selbst ins Gebäude fahren, sondern dies durch einen Chauffeur machen lassen, der momentan draussen warte. Sein Verständnis erklärte Leuenberger mit den berühmten Badehosenbildern, erschienen im Frühling 2006 im Blick, welche ihn in blauer Badehose am Strand von Oman zeigten. Leuenberger ärgerte sich bereits damals öffentlich über diese Zurschaustellung. Die Feindschaft gegenüber dem Blick scheint noch nicht verflogen.
