Zu guter Letzt: Reale Auszeichnung für ein virtuelles Projekt
In Second Life wurde zum ersten Mal ein Preis für virtuelle Architektur vergeben. Eigentlich eine spannende Idee, doch die Architektur kam ein bisschen zu kurz.
Die Berlinerin Tanja Meyle hat am Wochenende den ersten Preis für virtuelle Architektur in Second Life gewonnen. Die durch Publikumszustimmung eruierte Gewinnerin erhielt eine mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre virtuelle Wolke, wie die SDA vermeldete. Für Meyles Werk Living Cloud hatten bei einer Online-Abstimmung in den vergangenen eineinhalb Monaten knapp 2700 Menschen gestimmt. Es setzte sich damit gegen drei weitere nominierte Projekte aus Wien, San Francisco (USA) und Melbourne (Australien) durch. Das Ziel des Wettbewerbs war es, neue Trends in Architektur, digitaler Kunst und Design aufzuspüren. Wieso dabei eine (bläulich wabernde) Wolke einen Architekturpreis erhielt, bleibt etwas wolkig. Die Konzeptbeschreibung schafft auch keine Abhilfe: «Die Wolke ist nicht nur ein transportables Haus, sondern kommt durch ihre Variabilität dem Gedanken am nächsten, dass das Haus nur eine Erweiterung des eigenen Körpers ist.» Vielleicht wars weniger ein Architekturpreis mit Konzept als ein Philosophiepreis mit Illustration.
