Zu guter Letzt: Blocher gewinnt einen Big Brother Award
Jährlich wird er vergeben, der unrühmliche Preis für die krassesten Verstösse gegen die Grundrechte und die Privatsphäre der Schweizerinnen und Schweizer. Im achten Jahr seiner Existenz erhält mit Christoph Blocher ein Mitglied der Bundesregierung die zweifelhafte Ehrung in der Kategorie Staat.
Der jährlich vergebene Preis für die grössten Missachtungen der Grundrechte und der Privatsphäre der Schweizerinnen und Schweizer, der Big Brother Award, ist am Freitag in St. Gallen zum achten Mal vergeben worden. In der Kategorie Staat hat Bundesrat Christoph Blocher das Rennen gemacht, und zwar für seinen Einsatz zur Verschärfung des Staatsschutzgesetzes (BWIS). In der Laudatio wird darauf hingewiesen, dass die Vorlage massiv ausgebaute Präventionsmassnahmen vorsehe, so das Abhören von Telefongesprächen, das heimliche Durchsuchen von Computern, das versteckte Eindringen in und Verwanzen von Wohnungen – alles ohne konkreten Verdacht auf eine Straftat, und ohne unabhängige richterliche Überprüfung der Massnahmen. Mit anderen Worten: Ein Polizeistaat, denn die Vorlage widerspricht in mehreren Punkten der Bundesverfassung. In der Kategorie Business gewinnt Helsana für ihr zwielichtiges Beschaffen von Patientendaten, wie es in der Begründung heisst, in der Kategorie Arbeitsplatz die SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) für flächendeckende Drogentests beim Bahnpersonal. Den Publikumspreis für lobenswerten Widerstand gegen Überwachung und Kontrolle erhielt der Blogger Thomas Brühwiler alias BloggingTom. In seinem Blog machte er im August auf einen Online-Pranger für säumige Zahler bei Studentbooks.ch und anderen Webshops aufmerksam.
