Der Promoswiss-Vorstand setzt neue Akzente

Urs Germann ist seit etwas mehr als einem Jahr Präsident des Verbands PromoSwiss. Zusammen mit dem Vorstand setzt er neue Akzente, treibt die Digitalisierung voran und erklärt im Interview, wie die turbulenten Zeiten die Branche verändert haben.

Der Vorstand von PromoSwiss: Ralf Schmid, Liz Riwar, Präsident Urs Germann, Beat Suter, Nadine Schneider und Tom Oester (v.l.n.r.).

m&k: Herr Germann, Sie sind der «neue» Präsident im Amt bei PromoSwiss, wie haben Sie sich eingearbeitet und welche Akzente setzen Sie in Ihrer Funktion?

Urs Germann: Ich hatte die Möglichkeit, mich in den letzten 16 Monaten gut einzuarbeiten und die Strukturen anzupassen und zu ergänzen. Jede Führung hat ihren eigenen Stil; meiner ist: klare Strukturen im Vorstand sowie im Verband. Da gab es verschiedene Dinge zu lösen, um nicht nur vom digitalen Zeitalter zu sprechen, sondern diese auch einzuführen und umzusetzen. Meine Akzente sind «weniger ist mehr», dafür das, was man macht, voll auszuschöpfen. Um nicht nur den Vorstand in die digitale Zeit zu führen, sondern auch den Verband. Dazu müssen wir den Mitgliedern Schulungen, Workshops und Weiterbildungen anbieten, um sich in der Flut der digitalen Möglichkeiten zurechtzufinden und damit auch sinnvoll arbeiten zu können.

 

PromoSwiss wird am 20.9. das PSF veranstalten und am 21.9. die Touch. Können Sie uns einen Einblick geben über die beiden Veranstaltungen?

Die PSF ist eine Veranstaltung für Mitglieder, wo Lieferanten dem Werbeartikelhändler ihre Produkte vorstellen können, ähnlich einer Tischmesse. Somit kann der Händler sich die neusten Informationen holen, direkte Fragen stellen und sich auf die Trends vorbereiten, um den eigenen Kunden dann wiederum die neusten Produkte vorstellen zu können. Das Ziel ist auch, dass der Werbeartikelhändler sich nicht nur die Produktinformationen durch die Haptik holen kann, sondern auch ein Argumentepaket mitbekommt, um den Endkunden richtig beraten zu können. Gerade heute, da jeder von Nachhaltigkeit spricht, sollte auch verstanden werden, was an dem Werbeartikel effektiv nachhaltig ist. Die Touch ist eine Endkundenmesse. Das heisst, es gibt neun Counter, die ihre Kunden einladen, um ihnen den Katalog der Haptik vorstellen zu können. Viele der Lieferanten stellen schon an der PSF aus, einige kommen an der Touch dann dazu. Somit kann der Counter mit seinen Kunden einen Rundgang machen und ihnen die aktuellen Produkte gleich persönlich vorstellen. Der Lieferant macht danach dem Counter ein Angebot, sodass dieser seinem Kunden dann ein definitives Angebot machen kann.

 

Wie hat sich die Werbeartikelbranche verändert? Was hat die Corona-Pandemie für einen Einfluss?

Die Kunden sind sensibler geworden, sei es im Bereich Nachhaltigkeit, aber auch in der Akzeptanz. Es muss früher bestellt werden aufgrund der Lieferverzögerungen; manche Produkte können gar nicht mehr geliefert werden, weil die Rohstoffe nicht verfügbar sind oder der Hersteller die Covid-Zeit nicht überlebt hat. Die Endpreise sind auch gestiegen. Zudem wird vieles digital verkauft; es werden weniger Kundenbesuche getätigt.

 

Wie sehen Sie die Zukunft der Branche und damit auch für Ihren Verband?

Die Branche wurde massiv durchgerüttelt und beisst immer noch an den Nachwirkungen und auch am Ukraine-Krieg. Die Leute sind verunsichert und haben Mühe. Die Umsatzzahlen sind für die meisten gesunken und noch nicht auf dem Niveau von vor der Krise. Man ist aber bescheidener geworden und kann eine Fünf auch mal geradestehen lassen. Eine Unsicherheit liegt vor allem darin – «können wir überhaupt liefern», «können wir dem Kunden auch eine Lieferzusage machen?». Gerade in dieser Zeit ist der Verband umso wichtiger, um zu netzwerken, den Dialog untereinander zu führen und sich gegenseitig auszuhelfen und Tipps zu geben. Manchmal tut einfach ein Gespräch unter anderen Marktmitstreitern gut, um zu hören, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und mit den gleichen Herausforderungen kämpfen.

 

Was ist das nützlichste Give-away, das Sie persönlich jemals erhalten haben?

Hmm, das ist schwierig zu beantworten. Das nützlichste Give-away ist für mich nach wie vor ein guter Kugelschreiber – den benutze ich täglich. Aber ehrlich gesagt, ich benutze alles, von der Trinkflasche über die Gabel bis hin zum T-Shirt.

 

Welche Wichtigkeit haben Werbeartikel im Marketingmix?

Der Werbeartikel steht an dritter bis vierter Stelle im Marketingmix. Es ist fast undenkbar geworden, Werbung ohne haptische Produkte zu machen. Eine Marketingstrategie ohne Werbeartikel ist von der Geschäftsleitung nicht zu Ende gedacht.

 

Wie ist der Verband aufgestellt. Ist es schwer, neue Mitglieder zu werben?

Wir haben über 70 Mitglieder im Verband und es gibt Abgänge wie Zugänge, mehrheitlich Zugänge. Wir können den Mitgliedern eine nutzbringende Plattform bieten, mit Einkaufsvorteilen unter Mitgliedern, strategischen Partnern, die auch kleineren Betrieben einfach und schnell im Markt helfen können. Wir bieten subventionierte Schulungen, Workshops, Weiterbildungen mit unserem Partner KV Business School in Zürich. Das sind Schulungen, die auf die Branche zugeschnitten sind. Wir fördern den Dialog unter Mitgliedern, bieten eine vergünstigte Teilnahme an der PSF und Touch, wobei die PSF als Mitglied sogar kostenlos besucht werden kann. Der PromoSwiss-Verband wird weiterhin wachsen. Wir gehen mit der Zeit und schauen, dass wir auch in Zukunft den Lead haben.

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