Zu guter Letzt: Auf eine Linie Cola mit Frédéric Beigbeder
Frédéric Beigbeder ist in Paris wegen Kokainschnupfens in der Öffentlichkeit verhaftet worden. Der Autor und ehemalige Werbetexter leistet sich damit eine Hommage an den Protagonisten seines Kultromans «99 francs» («39.90»), an den verkoksten Werbetexter aus der kaputten Pariser Werbeszene.
Wer das Buch gelesen hat, wird die Szene nicht vergessen haben, in der sich der Protagonist Octave Parangos wegen leichtem Übermass an Kokain in der Nase blutend aus einer Besprechung verabschieden muss. Parangos ist Werbetexter in einer der grössten französischen Agenturen, bei der Besprechung geht es um einen Millionenauftrag, doch tropft das Blut auf das weisse Hemd, was bleibt anderes übrig als der kalte Abgang? Die Rede ist vom Kultroman «99 francs» («39.90») des französischen Autors, Journalisten und ehemaligen Werbetexters Frédéric Beigbeder, der darin eine schonungslose aber auch irrwitzige Abrechnung mit seiner Zeit in der Pariser Werbebranche aufs Blatt bringt. Er beschreibt sie als desillusioniert bis zynisch, moralisch bankrott, als Speerspitze einer grenzdebilen Konsumgesellschaft – und natürlich als ziemlich verkokst. Wie sehr der im Jahr 2000 erschienene Roman autobiographisch inspiriert war, hat Beigbeder eben erst unter Beweis gestellt, als er in flagranti von der Polizei erwischt wurde, wie er eine Linie Koks von der Motorhaube eines Autos in der Nähe des 8. Arrondissement gezogen hat. Zunächst hätten der 42-jährige und sein Freund die Flucht ergriffen, allerdings wurden sie von der Polizei eingeholt. Nach kurzer Haft und einer Erleichterung um zwei Tütchen Kokain wurden sie wieder auf freien Fuss gesetzt. Das Verdächtige an der Episode ist nur, dass seit einem halben Jahr der Nachfolger des Romans «99 francs» auf dem Markt ist. Irgendwie riecht die Sache nicht nur nach Koks, sondern auch nach Promo-Tour.
