Zu guter Letzt: Rothenbühler hebt Schattenmännern hervor
Nicht nur die Universität Zürich feiert dieses Jahr ihr 175-jähriges Jubiläum, sondern auch das grösste Schweizer Medienunternehmen Ringier. Klar bleibt das nicht unkommentiert.
Nicht nur die Universität Zürich feiert dieses Jahr ihr 175-jähriges Jubiläum, sondern auch das grösste Schweizer Medienunternehmen Ringier. Klar bleibt das nicht unkommentiert. Der langjährige Blick-Mitarbeiter Karl Lüönd arbeitete die Unternehmensgeschichte im Auftrag des Hauses in dem dicken Schinken «Ringier bei den Leuten» auf, die anderen Medienhäuser setzten in den letzten Tagen – kurz vor dem Relaunch des Blick übrigens – in ihren Blättern zu Kommentaren und Jubiläumsschriften an. In der NZZ am Sonntag beleuchtete Peter Rothenbühler, der ehemalige Chefredaktor der Schweizer Illustrierten, die Strukturen und Figuren des sehr profitabel in Osteuropa wirtschaftenden, in der Schweiz jedoch nur noch mässig erfolgreichen Unternehmens. Michael Ringier sei selbst kein ausgesprochener Macher und Visionär, habe aber immer die Gnade gehabt, begabte Leute um sich zu scharen, schrieb Rothenbühler beispielsweise und bezeichnete das Verlagshaus als zirkusähnlichen Fürstenhof. Des Weiteren wies er darauf hin, dass Lüönd in seinem Buch, in dem «der lobenswerte Versuch» unternommen werde, der «verlegerischen Tätigkeit der jeweiligen Führungsmannschaft Weitsichtigkeit zuzusprechen», ausschliesslich die Verdienste der Ringier-Teppichetage gerühmt werde. Deshalb nimmt sich der heutige Chefredaktor von Le Matin selber die Freiheit und nennt einige wichtige Schattenmänner aus den Redaktionen des Ringier-Hauses. Allerdings vergisst Rothenbühler dabei, neben Namen wie Fernseharzt Samuel Stutz, Urs Heller, dem Chef der Abteilung Zeitschriften, oder Formel 1-Experte Roger Benoit auch nicht, sich in dem lesenswerten Text in der NZZ am Sonntag mehrfach selber lobend hervorzuheben. Gute PR-Arbeit.
