Zu guter Letzt: Big Brother Walpen is watching you!

Im Rahmen der harmonisierten Kosten-Leistungs-Rechnung (HKLR) müssen die SRG-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter künftig alle fünfzehn Minuten auf einem Formular angeben, welcher Art von Tätigkeit sie nun gerade nachgehen. Dagegen regt sich seit Wochen grosser Missmut.

 Die SRG, ein entspanntes Beamtengebilde mit lebenslänglicher Amtsdauer. Wer mal irgendwie Teil davon geworden ist, bleibt es auch. Und mit den Jahren wird man die Karriereleiter automatisch immer weiter hochgespült – so zumindest behaupten dies viele böse und etliche nüchtern beobachtende Köpfe und Zungen. Ab 1. September wird am Leutschenbach allerdings genauer hingeschaut: Im Rahmen der harmonisierten Kosten-Leistungs-Rechnung (HKLR) müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig alle fünfzehn Minuten auf einem Formular angeben, welcher Art von Tätigkeit sie nun gerade nachgehen. Dagegen regt sich im Hause SRG seit Wochen grosser Missmut. Von «bürokratischem Wahnsinn», soll da unter anderem die Rede sein. SRG-Sprecher Daniel Steiner rechtfertigte das System jedoch. Es gewährleiste die Vergleichbarkeit der Kosten von Programmleistungen, sagte er gegenüber der Sonntagszeitung. Dies kann allerdings nur funktionieren, wenn sich die Angestellten auch an die Weisungen halten und ihre Zeit-Leistungs-Erfassung wahrheitsgetreu und gewissenhaft vornehmen. Wird das System von den Mitarbeitern nicht akzeptiert, nützt der ganze Zauber nichts. Bleibt abzuwarten, ob den Beratern der SRG in punkto Strukturreform noch etwas Besseres eingefallen ist, als die Arbeit von Journalisten – die nicht wie jene einer Agentur oder einer Anwaltkanzlei für den Kunden genaustens zu erfassen ist – minütlich zu überwachen. Denn dies ist schlicht unsinnig.

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