Zu guter Letzt: Zensurgaudi mit Uschi Obermaier

Gestern auf Youtube: Ein beschwingter Beat ist zu hören. Junge, gut aussehende Damen beginnen sich freudvoll dazu zu bewegen. Und weil ihnen das Lied so gut gefällt und sie gerade in der Stimmung sind, lassen sie gleich alle Hüllen fallen.

 Gestern auf Youtube: Ein beschwingter Beat ist zu hören. Junge, gut aussehende Damen beginnen sich freudvoll dazu zu bewegen. Und weil ihnen das Lied so gut gefällt und sie gerade in der Stimmung sind, lassen sie gleich alle Hüllen fallen. Völlig ungehemmt entledigen sie sich ihrer bunt bedruckten T-Shirts, schlüpfen aus ihrer weissen Unterwäsche und hüpfen durch ein Wohnzimmer, in dem die Zeit in den Siebzigern stehen geblieben scheint. «Toll, ein Kommunen-Porno mit Uschi Obermaier», denkt man. Doch was sich zuerst ausnimmt wie ein gammeliger Swinger-Streifen, entpuppt sich als einer der originellsten der letzten Jahre. Denn statt primärer und sekundärer Geschlechtsteile, tanzen hier die Zensurbalken. Unablässig formen die Darstellerinnen und Darsteller mit ihren von dicken schwarzen Balken verdeckten erogenen Zonen Symbole, Buchstaben und Muster – ja, sie imitieren sogar Computerspiele. Und entdecken so Zensur als neue Kunstform. Brighton Port Authority, kurz BPA, nennen sich die Interpreten des Stücks. Dahinter verbirgt sich mit dem Musikproduzent und DJ Quentin Leo «Norman» Cook alias Fat Boy Slim der bekannteste Sohn der englischen Küstenstadt. Ganz kurz taucht er selbst im
auf: Gegen Ende schwingt er sein Geschlechtsorgan, natürlich verdeckt von einem riesigen Zensurbalken, lassoartig im Gegenuhrzeigersinn. Ein grosser Auftritt.

More articles on the topic