Zu guter Letzt: Leuenbergers Ente
Medienminister Leuenberger hat anscheinend höchstpersönlich eine Falschmeldung in die Welt gesetzt.
Medienminister Leuenberger hat anscheinend höchstpersönlich eine Falschmeldung in die Welt gesetzt: Der Bundesrat sagte in einem am Samstag erschienenen Interview mit der Neuen Luzerner Zeitung, dass SVP-Mann Ulrich Giezendanner eine Meinungsumfrage zum Bau eines zweiten Gotthard-Strassentunnels bestellt und dann der Sonntagszeitung gesteckt habe. Deswegen meldet er Zweifel an der Aussagekraft der Umfrage an, gemäss deren eine Mehrheit die zweite Röhre will. Generell scheint Leuenberger kein Freund von Meinungsumfragen: «Eine Volksabstimmung ist etwas völlig anderes. Da wird man nicht während des Fischkochens von einem Anruf überrascht und muss sofort Ja oder Nein sagen, damit in der Küche nichts anbrennt.» Das Pikante – um im Küchenjargon zu bleiben – an der Sache ist aber, dass sich die Sonntagszeitung vehement gegen die Aussage wehrt, man habe eine von Giezendanner bestellte Umfrage veröffentlicht: Vielmehr sei das gute Stück von der Zeitung selber beim Meinungsforschungsinstitut Isopublic in Auftrag gegeben worden. Gemäss Sonntag will Sonntagszeitungs-Chefredaktor Andreas Durisch die bundesrätliche Falschaussage in der Neuen Luzerner Zeitung richtiggestellt sehen. Man darf gespannt sein, ob die Innerschweizer Kollegen darauf eingehen. Und ob sich Leuenberger etwa noch in seinem Blog zum Thema äussern wird. Dort übt er ja gerne mal Medienkritik, etwa unter dem schönen Titel «Ich bin das Sommerloch».
