Zu guter Letzt: Das Internet lügt – hin und wieder

Über die Möglichkeiten einzelner Medien, Meinungen zu beeinflussen, lässt sich streiten. Kritiker behaupten, politische Entscheidungen und Stimmungsumschwünge in einem Land seien grösstenteils der Medienbranche zuzuschreiben. Aber können wir ihnen trauen? Besonders das Internet steht unter Verdacht hin und wieder zu lügen.

Über die Möglichkeiten einzelner Medien, Meinungen zu beeinflussen, lässt sich streiten. Kritiker behaupten, politische Entscheidungen und Stimmungsumschwünge in einem Land seien grösstenteils der Medienbranche zuzuschreiben. Der Konsument gehe davon aus, dass die Informationen in Blättern, Radio und Fernsehen gut recherchiert sind und der Wahrheit entsprächen, und schenke diesen auch Glauben. Deren Diskussionsgegner hingegen gehen eher von einem selbstständig denkenden, kritischen Leser aus, der sich seine Meinung nicht aus den jeweiligen Blättern holt, ohne diese zu hinterfragen.
Anfang letzter Woche stellte sich heraus, dass ein gewisser Einfluss der Medien zumindest nicht ganz aus der Luft gegriffen ist. Der Aktienkurs der amerikanischen Fluggesellschaft United Airlines war plötzlich eingebrochen. So stark, dass die Wertpapiere gar zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt werden mussten. Der Grund: Eine im Netz aufgetauchte Meldung der Chicago Tribune, in welcher der Fluggesellschaft Zahlungsunfähigkeit unterstellt wurde. Das Problem: Die Meldung stammt aus dem Jahr 2002. Heute steht das Unternehmen auf relativ sicheren Beinen. Ein Systemfehler im Nachrichtenarchiv von Google hatte dafür gesorgt, dass die Meldung plötzlich wieder auftauchte. So schnell kann man heute den Aktienkurs beeinflussen. Wahrscheinlich war die ganze Swissair-Geschichte auch nur eine Internet-Ente. Schnell den Compi abstellen.

More articles on the topic