Zu guter Letzt: Übers Fernsehen lästern

Am Freitag wird im ZDF die Diskussion zwischen Gottschalk und Marcel Reich-Ranicki ausgestrahlt. Auch dort lässt es der leidenschaftliche Polteri nicht an deutlichen Worten fehlen. Seine Kritik am derzeitigen Fernsehprogramm hat inzwischen zahlreiche Nachahmer gefunden.

«Ich möchte die Liebe zur Literatur weiterleiten, weitergeben. Das ist eigentlich meine Hauptaufgabe», sagte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in einem Einspieler während der Liveübertragung des deutschen Fernsehpreises 2008. Kaum waren diese Worte ertönt, schritt der 88-Jährige, wie wir alle wissen, zu der Erfüllung einer weiteren Aufgabe: Er lehnte die ihm zugedachte Auszeichnung, den Ehrenpreis der Stifter des deutschen Fernsehpreises, ab, und redete der versammelten TV-Prominenz mit erhobenem Zeigefinger ins Gewissen. Egal, wie man darüber denkt: Reich-Ranickis Auftritt war grosse Unterhaltungskunst. Immer wieder kann man sich die Schelte samt anschliessender Verbrüderung mit dem Moderator Thomas Gottschalk auf Youtube anschauen. Am Freitag wird im ZDF nun von Gottschalk ausgehandelte und am Mittwoch aufgezeichnete Diskussion ausgestrahlt. Und auch dort lässt es der leidenschaftliche Polteri nicht an deutlichen Worten fehlen: «Ich habe nichts bereut, ich nehme nichts zurück», sagte er gemäss der Süddeutschen Zeitung. «Das Fernsehen muss sich mehr Mühe geben.» – Dies finden übrigens auch viele Schweizer: Gleich Dutzende von abschätzigen Kommentaren zum Fernsehgeschehen generierte ein Aufruf von Blick.ch. Unter dem Titel «Welche Schweizer Shows sind Schrott?», schrieb dort beispielsweise User Setenca aus Zürich: «Zart oder Bart, Glanz und Gloria und alles, wo der Kilchsperger seinen Zinggen drin hat.»

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