Zu guter Letzt: Blödsinn

Es ging gar nicht anders: Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat mit seiner wortstarken Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises nicht nur die Fernsehgegner sondern auch die Werbebranche inspiriert. Der Literaturpapst wird zum Medienereignis.

Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat mit seiner wortstarken Ablehnung des Deutschen Fernsehpreises nicht nur die Fernsehgegner sondern auch die Werbebranche inspiriert. In mehreren Zeitungen erschien am Wochenende eine Anzeige der Deutschen Telekom mit dem Bild Reich-Ranickis am Rednerpult und dem Text: «Bei uns findet jeder ein Fernsehprogramm, das ihm gefällt.»
Während diese Anzeige mit dem Literaturkritiker abgesprochen war, wusste Reich-Ranicki nach eigenen Angaben nichts von einem weiteren Inserat mit seinem Konterfei. Am Montag druckte die Hamburger Morgenpost eine Anzeige des Billigfliegers Ryanair mit einem ähnlichen Bildausschnitt. Darin weist die Gesellschaft auf ihre günstigen Flugpreise hin: «Diesen Preis nehme ich an».
Auf diese Werbung reagierte Reich-Ranicki am Montag mit den Worten: «Es ist alles grosser Quatsch» und: «Ich kümmere mich nicht darum.» Anschliessend fügte er jedoch hinzu: «Ich bring das schon in Ordnung.» Man wird noch etwas warten müssen, aber sein legendäres «Blödsinn» wird er sicher noch fallen lassen.

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