Webtribute hilft mit App bei der Krise nach der Geburt

Rund 15 Prozent der Mütter und 10 Prozent der Väter in der Schweiz sind von einer postpartalen Depression (PPD) betroffen und brauchen Hilfe. Die «PPD Krisen-App» des Vereins Postpartale Depression Schweiz soll Betroffene nun unterstützen. Entwickelt wurde die App von Corinne Dascenzo von Webtribute.

Webtribute

Obwohl ein beträchtlicher Anteil von Müttern und Väter nach der Geburt ihrer Kinder in eine seelische Krise fallen, wird noch viel zu wenig darüber gesprochen. Oft trauen sich Betroffene nicht, über ihre Gefühle zu reden – aus Scham, aus Enttäuschung über sich selbst und weil sie dem Bild der perfekten jungen Eltern entsprechen wollen: erfolgreich, ausgeglichen, fit und leistungsfähig.

Dabei ist ihnen oft nicht klar, dass sie an einer behandelbaren Krankheit leiden, für die sie rein gar nichts können. Sie haben nichts falsch gemacht, im Gegenteil: meist möchten es Betroffene besonders gut machen. Sie wollen das Beste für ihre Kinder. Der Verein Postpartale Depression Schweiz beobachtet schon länger die stets steigende Nachfrage nach Online-Informationen zum Thema Postpartale Depression. Monatlich wird die Seite Postpartale-depression.ch rund 5’000 mal von Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen besucht.

Der Web-Zugriff geschieht bei zwei Dritteln über ein mobiles Gerät, meist das Handy. So hat sich der Verein entschieden, den Betroffenen künftig noch mehr Unterstützung zu bieten und lanciert nun die erste deutschsprachige App, welche Betroffene in einer Krise nach der Geburt begleiten und als Wegweiser durch eine Postpartale Depression helfen soll.

Die kostenlose «PPD Krisen-App» bietet folgende Funktionen:

  • Der Selbsttest EPDS (Edinburgh Postnatal Depression Scale) kann regelmässig durchgeführt und die Resultate können auf dem Handy gespeichert werden. Die App erstellt eine Grafik, die die persönliche Entwicklung in der Krise sichtbar macht.
  • Die Tagebuchfunktion hilft, auch die guten Tage optisch erkennbar zu machen.
  • Durch die Möglichkeit der Ergänzung der Menstruationstage können Stimmungsschwankungen und hormonelle Schwankungen verglichen werden.
  • Besonders praktisch ist der Medikamenten-Reminder, der einen Eintrag im Kalender erstellt.
  • Alle Adressen von Fachpersonen, Mutter-Kind-Einrichtungen oder Selbsthilfegruppen sind integriert.
  • Alle Kontaktmöglichkeiten zum Verein sind aufgeführt.
  • Die App wird lokal auf dem Smartphone gespeichert. Es werden keine persönlichen Daten an Dritte weitergegeben.

Die App ist im Google Play Store sowie App Store verfügbar, kann aber auch als PWA-App (Progressive Web App) unter App.postpartale-depression.ch heruntergeladen werden.

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