Wie sich die Holländer die Alpen vorstellen

Heile Welt in Stop Motion: Wieden + Kennedy Amsterdam zeichnet ein haarsträubend idyllisches Bild der Milch, die für Milka-Schokolade verwendet wird.

Milka

Wobei, «Stop Motion» ist etwas übertrieben: Die in London und Los Angeles beheimateten Nexus Studios haben den Film rein digital produziert und lassen ihn gewollt wie handgemachte Knet-Romantik aussehen. Dem Charme einer liebevollen Modelleisenbahn-Landschaft kann man sich nur schwer entziehen. Schöne, heile Werbewelt, in der die Rohstoffe für ein industriell gefertigtes Produkt direkt von der Alp-Weide im Supermarktregal landen.

 

Und in der Realität? Aus der Luft gegriffen sind die im Film erzählten Fakten nicht. Milka bezieht die Milch laut eigener Website von «800 hauptsächlich familiengeführten Bauernhöfen […]. Durchschnittlich leben 60 Milchkühe auf den Höfen, die in einem 100-Kilometer-Radius in der Alpenregion und im Alpenvorland liegen.» Aber: 60 Milchkühe pro Hof sind nicht der spezifische Milka-, sondern laut Schweizerbauer.ch ganz einfach der gesamtdeutsche Schnitt. Wie die Kühe in ihrem 100-km-Radius genau gehalten werden, steht in den Sternen. Vermutlich nicht (nur) wie im animierten Bilderbuch. Sondern wie in der landwirtschaftlichen Realität.

Unbestritten hingegen ist: «Milka» steht für «Milch und Kakao».

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