Zu guter Letzt: Durch Venedig schlendern und Coca-Cola schlürfen

2,1 Millionen Euro ist den Venezianerinnen und Venezianern ihr geliebtes Stadtbild wert. Genau so viel bot der Getränkeriese Coca-Cola der finanziell schwachen Touristenstadt, um für die nächsten fünf Jahre rund 60 Getränke- und Snackautomaten in der Stadt zu platzieren.

2,1 Millionen Euro ist den Venezianerinnen und Venezianern ihr geliebtes Stadtbild wert. Genau so viel bot der Getränkeriese Coca-Cola der finanziell schwachen Touristenstadt, um für die nächsten fünf Jahre rund 60 Getränke- und Snackautomaten in der Stadt zu platzieren. Verunstaltung der kulturell wertvollen Stadt, Veramerikanisierung – von diesen Schandwörtern will Bürgermeister Massima Cacciari aber nichts wissen. So wehrt er sich gegen die Anschuldigung der Turiner Tageszeitung La Stampa, er würde seine Stadt an Coca-Cola verkaufen.
Auch Maurizio Calligaro, Kabinettschef des Bürgermeisters, beruhigt: Man müsse keine Angst haben, das Coca-Cola-Zeichen werde auch künftig nicht neben den Kunstwerken von Da Vinci, Michelangelo und Co. zu sehen sein. Die Automaten würden weder auf dem Markusplatz noch an der Rialto-Brücke aufgestellt. Von einer «Invasion» der Automaten könne also keine Rede sein.
Mit dem Coca-Cola-Geld soll das Sparschwein zur Renovierung der Paläste gefüllt werden. Alles für einen guten Zweck! Trotzdem, eine Frage bleibt offen: Weshalb genau Coca-Cola? Wäre eine berühmte Kaffeemarke wie beispielsweise Mastro Lorenzo – die eher mit Italien assoziiert wird – als Sponsor nicht besser angekommen? Auch dieser Getränkehersteller hätte Kaffeeautomaten in der Stadt aufstellen können – nur hätten diese wahrscheinlich neben den gemütlichen Espressobars Standschaden erlitten.

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