Zu guter Letzt: Mit Chinas Regierungschef chatten

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hat am Samstag übers Internet mit Bürgern gechattet, die unter anderem wissen wollten, wieviel Alkohol er vertrage. Er nahm auch Stellung zur Schuhattacke gegen ihn an der Universität Cambridge, die in China vorerst heruntergespielt worden war.

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hat sich am Samstag zu einem Besuch ins China Wide Web begeben (das World Wide Web minus die von China zensurierten Seiten) und chattete mit Bürgern, die ihm laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit tausenden Fragen bombardierten. So wollten die Chinesen wissen, wieviel der Regierungschef verdiene, wieviele Stunden er pro Tag schlafe und wieviel Alkohol er vertrage.
Wen blieb allerdings Reaktionen auf diese Fragen schuldig und beantwortete lieber die Fragen nach der Wirtschaftskrise, der Gesundheitsreform oder zur Bekämpfung der Korruption. Ausserdem äusserte sich Wen zu dem deutschen Studenten, der ihn an der Universität Cambridge mit einem Schuh beworfen hatte. Er war nach Bush die zweite prominente Zielscheibe der etwas zweifelhaften irakischen Ehrenbezeugung.

«Ich habe sehr ruhig gehandelt», sagte der Regierungschef. «Als erstes dachte ich an die nationale Würde, die Würde der Menschen und an die Aufrechterhaltung der Freundschaft zwischen Grossbritannien und China», schrieb er. «Ich musste die Vorlesung ohne Störung zu Ende bringen. Das ist mein persönlicher Stil.» Der Ministerpräsident folgte mit seinem Chat auf der Regierungs-Website www.gov.cn dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao, der bereits im Juni mit Bürgern über das Internet kommuniziert hatte.

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