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Charles Krabichler ist Gründer und CEO von Eventframe. Mit seinem Team hat er in den letzten 20 Jahren schweizweit über tausend Corporate-Events geplant, organisiert und realisiert. Dazu bietet er mit «Stage One» und «Chicago 1928» zwei exklusive Locations an.

Firmenjubiläen sind eigentlich seine tägliche Arbeit und weniger ein Moment zum Festen. Diesmal hat es ihn aber gleich selber erwischt. Seit 20 Jahren wirkt Charles Krabichler im Event-Business. Seit zehn Jahren gibt es das Event-Lokal «Chicago 1928» und vor fünf Jahren wurde die Agentur Eventframe in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Gefeiert wurden diese Geschichten mit dem Umzug von «Chicago» in die ABB-Hallen nach Oerlikon und einer stilvollen Eröffnungsparty.
Charles Krabichler hat 1973 bei den SBB als Betriebsdisponent angefangen. Er spezialisierte sich auf Gruppenreisen. «Wir sagten Ausflüge. Der Begriff Events war damals noch nicht in Mode», erklärt er. Schon bald zeigte sich seine spätere Berufung aber bereits konkreter, als Krabichler in die Generaldirektion SBB wechselte. Im Marketing in Bern lancierte er den neuen Bereich Freizeit-Angebote für Gruppen und Einzelreisende. Nach zwei Jahren ging es weiter beim Migros-Genossenschafts-Bund.
In der Zürcher Zentrale des orangen M sammelte Organisator Krabichler zusätzliche Erfahrungen in der PR-Abteilung und liess sich auch noch fachlich weiterbilden. Er wurde verantwortlich für den Jahresbericht des Konzerns. Gleichzeitig durfte er weiterhin viele Events organisieren sowie spezielle PR-Aktionen. Krabichler war zuständig für die Koordination dieser PR-Massnamen innerhalb des gesamten Unternehmens mit den vielen Genossenschaften.
Nach vier Jahren beim wachsenden Riesen wagte auch Charles Krabichler den Schritt in die Selbstständigkeit. In einer ersten Phase organisierte er wieder Firmenreisen und Ausflüge für Gruppen. Event-Agenturen hat es damals immer noch keine gegeben. Höchstens eine Agentur namens «Fiesta» machte etwas Ähnliches. «Wir gehören wirklich zu den Pionieren», erinnert sich Krabichler und lächelt etwas stolz, wenn man ihm sagt, dass er über Jahre als Trendsetter überlebte in einer Branche, wo es inzwischen Agenturen gibt «wie Sand am Meer».
In der 20-jährigen Geschichte von Eventframe hat sich Charles Krabichler und sein anfänglicher Partner Heinz Omlin durch verschiedene Phasen durchkämpfen müssen. «Vor allem die ersten Jahre waren hart», erinnert er sich. Gleich nach der Euphorie mit dem eigenen Unternehmen folgte nämlich der erste Golfkrieg und damals für die ganze Wirtschaft eine tiefgreifende Rezession. Das war keine gute Zeit für Firmenfeste und entsprechend dauerte es fünf Jahre, bis Krabichlers Start-up den Break-even erreichen konnte. Erst dann durfte das 2-Mann-Unternehmen daran denken, erste Mitarbeiter anzustellen.
Ein entscheidender Meilenstein wurde im zehnten Jahr der Agentur das Angebot einer eigenen Event-Location. «Damals waren Themen gefragt bei allem, was mit Personal-Events zu tun hatte», blickt Krabichler zurück auf 1999. Wieso also jedesmal wieder viel Geld für Dekor und Logistik aufwenden, wenn man mit der richtigen Idee und Einrichtung die Kunden viel rationeller und günstiger bedienen könnte? Krabichler suchte zuerst in Zürich nach einem geeigneten Lokal. Weil alle Angebote aber entweder zu teuer oder nur kurzfristig nutzbar waren, baute er schliesslich in Glattfelden sein erstes «Grizzly Town» auf. Die Dekoration war ein Gelegenheitskauf. Das Thema «Country und Western» traf aber für zwei Jahre genau den Geschmack eines möglichst breiten Publikums. In den Kulissen einer kleinen Filmstadt konnten zahlreiche Interaktionen vom Rodeo-Reiten bis zum Glücksspiel inszeniert werden.
Noch bevor in der Westernstadt nach dem «High Noon» die jedem Trend folgende Ruhe einkehrte, wechselte Krabichler zur nächsten Szene und baute in Glattfelden «Chicago» auf. Die Nostalgie im Stil von 1928 spielte an auf die Zeit der Prohibition. Alkohol, Wetten und Glücksspiele waren verboten. In Glattfelden wurden sie für exklusive Gäste aber noch einmal erlaubt. Natürlich mit Falschgeld, dafür mit einem garantierten Gewinn für die Kunden.
Bei der Einrichtung von «Chicago 1928» liessen sich Krabichler und sein Team davon inspirieren, dass in einem solchen Event-Lokal «die verschiedensten Möglichkeiten abgedeckt werden müssen». Es braucht eine attraktive Kulisse für Musik und Unterhaltung. Dazu ist Raum gefragt für Interaktion und Kommunikation. Schliesslich wollen die Kunden auch noch gediegen essen und trinken können. Das alles konnte im «Chicago» geboten werden. Mit den inzwischen immer mehr zum Trend gewordenen Events fehlte aber im Portfolio von Krabichler immer mehr auch ein Lokal für grössere Anlässe.
Fündig wurde er schliesslich 2004 bei den ABB-Immobilien in Oerlikon. «Wow, das ist genau was wir suchen!», erinnert sich Krabichler an seinen ersten Eindruck von der zweiten «Ruine», die ihm die Verwalter der ABB zeigen konnten. Die mehrere Jahre lang brachliegende Montagehalle der MFO war aber immer noch «viel zu gross». So einigte man sich mangels anderer Interessenten auf die Vermietung der Hälfte. Davon war ein grosser Teil bereits immerhin renoviert sowie mit Lüftung, Heizung und Isolation versehen. Diese Einbauten stammen von den Unternehmensberatern PriceWaterhouseCoopers, welche die Halle kurzfristig als ein Provisorium nutzten.
Inzwischen hat Krabichler seine Trouvaille mit modernster Event-Technik und viel Infrastruktur im Backstage-Bereich zu einer Adresse umgebaut, die im Event-Kalender von Banken, Telecomfirmen, IT-Unternehmen oder auch Labels der Luxusgüterindustrie nicht mehr wegzudenken ist. «Wir sind sehr gut gebucht für Produktpräsentationen, Generalversammlungen und Kongresse. Anstelle der Konferenzbestuhlung können wir auch ein Bankett mit bis zu 1200 Gästen bedienen oder eine Stehparty mit 2000 Leuten.» Für solche Erweiterungen kann Eventframe temporär die zweite immer noch leer stehende Hälfte der ABB-Halle in den Fixtrakt integrieren.
Nach sechs Jahren hat Krabichler den Vertrag für sein «Stage One» jetzt eben verlängern können. «Zürich braucht eine solche Halle. Die infrage kommenden Hotels sowie auch das Kongresshaus sind für viele Anlässe zu klein.» Gleichzeitig konnte Event¬frame in diesen Tagen ein leer gewordenes Personalrestaurant im ABB-Areal dazumieten. Hier hat jetzt «Chicago 1928» noch einmal neue Koordinaten bekommen. «Bei einem Kunden-Event oder Personalanlass wollen die Mitarbeitenden auch etwas feiern können und ihr Auto zuhause lassen», weiss Krabichler. In diesem Sinn ist die Anbindung an die S-Bahn in Oerlikon nun ein entscheidender Vorteil.
Mit der Eröffnung des «Stage One» ist Krabichler auch mit seinem Büro aus Fehraltorf nach Oerlikon gezogen. In praktischer Nähe zu den Event-Lokalen arbeiten hier jetzt sieben Leute. Vor fünf Jahren wurde die Kollektiv- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt mit dem neuen Namen Eventframe. Charles Krabichler ist Mehrheitsaktionär und auch VR-Präsident. Als wichtige Partner kann er auf seinen früheren Arbeitgeber Migros sowie Habegger zählen. Beide haben ebenfalls in die beiden Event-Lokale in¬ves¬tiert. Dafür hat die Genossenschaft Migros Zürich die Exklusivrechte für das Catering und Habegger ist für die Event-Technik zuständig.
Exklusivität ist auch ein Argument für «Chicago 1928». Zwar wäre es verlockend, die stimmungsvolle Location auch öffentlich als ein Restaurant zu betreiben. Mit dem geltenden Konzept wird aber die Attraktivität erhöht, weil man nur für einen Event reinkommt. «Ein Unternehmen kann seinen Mitarbeitenden etwas bieten, das sie noch nie gesehen haben», freut sich Krabichler. Oft kämen deshalb die Gäste in passenden Kostümen zu diesen Personalfesten, die 80 Prozent der Vermietungen ausmachen.
Bei all seinen Events empfindet es Charles Krabichler als ein Privileg seines Berufes, dass er davon leben kann, den anderen Menschen Freude zu machen. «Wir sind immer dabei, wenn es etwas zu Feiern gibt, und damit ein positiv belegtes Metier», fasst er seine Motivation und Erfolgserlebnisse zusammen. Dazu gefällt ihm, dass er mit Kunden aus den verschiedensten Branchen zu tun hat. Aber damit muss er natürlich auch mit den verschiedensten Ansprüchen und Sonderwünschen umgehen können. Eine schöne Befriedigung sei es dann jeweils von Neuem, wenn er an einem Event persönlich präsent ist und das Lob bekommt: «Das war eine gelungene Veranstaltung.»
Andreas Panzeri
Im Team von Eventframe sind alle ausgebildet als Marketing-Spezialisten und haben Erfahrungen als Event-Manager. Zum Angebot der Hallenmiete kann deshalb auch das gesamte Know-how einer Event-Agentur genutzt werden. «Wir entwickeln Ideen und organisieren einen Event mit allem Drum und Dran – vom Catering bis zur Unterhaltung.» In diesem Bereich unterscheidet sich die «Stage One» zum Beispiel auch von den Maag-Eventhallen, wo man «nur» die Halle mietet. Eine andere Differenzierung sieht Krabichler im Image. Während die Maag-Halle davon profitieren kann, dass hier das Schweizer Fernsehen seine Casting-Shows wie «Musicstar» aufzeichnet, will «Stage One» bewusst anonymer bleiben. Ein regelmässiger Kunde wie zum Beispiel Economiesuisse oder andere hochwertige Business-Events schätzen dafür die Exklusivität.

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