Zu guter Letzt: Kein Vorhang für Cash II

Als das erste Cash im Jahr 2007 eingestellt wurde, war das ein Ereignis und wurde in der Zeitung entsprechend abgefeiert. Bei dem am Freitag zum letzten Mal erschienenen Gratisblatt Cash war die Einstellung nur noch eine Randnotiz wert.

Das war doch was, als das erste Cash im Sommer 2007 unterging. Ein theatralischer Abgang, auf der Frontseite der letzten Ausgabe ein roter, gezogener Bühnenvorhang mit den Worten: «Goodbye». Für die Abschiedsnummer waren die besten Geschichten der Zeitung seit ihrer Lancierung 1990 noch einmal hervorgeholt worden. Auch waren Cash-Leser befragt worden, ob sie nun zur Handelszeitung, zur Bilanz oder zum Stocks wechseln würden. Und gezeigt worden waren Wirtschaftsleute, die sich nach einem kritischen Artikel geweigert hatten, weiterhin mit der Ringier-Publikation zu verhandeln. Ein würdiger Abgang irgendwie.
Wohin diese Einführung hinwill, dürfte einigen klar sein: Bei der Einstellung der Gratiszeitung Cash, die am Freitag zum letzten Mal erschien, geschah nichts dergleichen. Geliefert wurden zwanzig Seiten Wirtschaftsinfos wie üblich. Auf der ersten Seite wurde nur kurz vermerkt, dass Cash nun «voll auf digital» setzen wird, also auf die Cash-Webseite. Diesbezüglich wurde auf Seite drei denn auch von «Weltpremiere» gesprochen. Ein wenig Galgenhumor zum Schluss? Vielleicht, insgesamt ist der sang- und klanglose Abgang des Printprodukts symptomatisch für die momentan allgemein verbreitete Nüchternheit in der Branche.

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