Was nützen Influencer?
Am 25.4. trafen sich die Marketing Natives im Impact Hub, Viadukt zur Vortragsrunde über Influencer Marketing. Referiert haben Adrian Seitz (Leiter Social Media Zürich Tourismus), Naomi Meran (Projektleiterin Nemuk) und Boris Baldinger (Business-Fotograf Boris Baldinger Photography). Die drei haben vor kurzem die Agentur Meetmaker gegründet, welche Unternehmen und Influencer zusammenbringt. Sie zeigten auf, wie wichtig Influencer Marketing ist und wo die Möglichkeiten für beide Parteien liegen.Mehr als Geschenke«Influencer sind mehr als Werbebanner und Reichweite. Und mit dieser Marketingmethode kann man mehr als nur gesponserte Wochenendtrips, Goodie-Bags und Restaurantbesuche präsentieren», sagte Naomi Meran. Ein Unternehmen profitiert vom authentischen Inhalt eines Menschen mit Emotionen und dessen Hintergrundgeschichte. Ein Pluspunkt ist zudem, dass ein Influencer oft Teil der Zielgruppe ist. Im Idealfall ein Fan. Denn ein Influencer muss zur Marke, zum Unternehmen und deren Werten passen. Ist der Influencer gleichzeitig ein Fan, ist die Loyalität gewiss.Influencer haben einen eigenen StilWer auf Influencer setzt, muss sich im Klaren sein, dass er diesen nicht „kaufen“ kann. Influencer haben eine eigene Tonalität und bringen dafür Authentizität. Sie haben neue Ideen, auf welche Unternehmen intern nicht gekommen wären, sie haben das Talent für qualitative und kreative Inhalte. Für sie steht die Erfahrung und nicht das Geld im Vordergrund. Ein Beispiel aus Deutschland ist Julien Bam. Bekannt als Breakdancer hat er sich eine Community von über 3.5 Millionen geschaffen. Heute wirbt er beispielsweise für Fanta:
https://www.youtube.com/watch?v=3wW1ckVGiUA
Alte Methode neue PlattformDas Konzept ist aber nicht neu. Schon früher setzte man im Marketing auf sogenannte Meinungsführer. Eines der erfolgreichsten war der Marlboro-Mann, welcher nicht nur das Produkt sondern den Lifestyle präsentierte. In der Schweiz sind das DJ Bobo mit Energy Drink und oder Roger Federer. Doch auf Influencer wird vor allem in den sozialen Medien gesetzt, denn dort besteht die Herausforderung, aufzufallen, eine hohe Reichweite zu erzielen und sich zu positionieren. Die beliebtesten Plattformen sind dabei Instagram und YouTube. Obwohl Snapchat bei den Digital Natives am meisten genutzt wird, sehen die Meetmaker-Gründer dort noch kein Potenzial.So teuer ist ein InfluencerEinen Influencer zu finden ist keine Schwierigkeit. Wir alle haben eine Meinung, können andere beeinflussen und haben Beziehungen. Daher braucht ein Unternehmen auf der Suche nur sein Netzwerk zu prüfen und sein Beziehungsmanagement zu pflegen. Viele Marketingverantwortliche sind noch im Glauben, dass es auf die Follower-Zahl ankommt. Umso mehr Followers jemand hat, umso einflussreicher ist er. «Das stimmt nicht ganz», betonte Adrian Seitz am Event, «wenn ein Influencer beispielsweise nur 5000 Followers hat aber 3000 Likes auf einen Post, beweist das einen grösseren Einfluss.» Auch der Preis der Influencer lässt sich nicht pauschal sagen. Für ein Bild-Post auf Instagram verlangen viele 300 Franken und für einen Blogeintrag um die 1000 Franken. Zu bedenken ist der Aufwand. So ist ein Koch-Beitrag mit viel Vorbereitung verbunden und dementsprechend teurer als wenn man schnell ein Produkt vor die Kamera hält.Influencer Marketing in den KinderschuhenDie Spannweite ist im Influencer Marketing also gross. Es gibt kaum Richtlinien und die Kommunikation zwischen den Parteien ist aufwendig. Erfolgreiche Influencer lassen sich deshalb von Agenturen vertreten, welche die Konditionen und Abrechnungen übernehmen.Am Marketing-Natives-Event war die Skepsis deutlich zu spüren. Ist das wirklich seriös? Sind Influencer nicht zu eigenwillig? Noch spielt dieses Werbeinstrument nur Zukunftsmusik. Wie gross das Potenzial von Influencer Marketing ist, zeigt die aktuelle Kampagne der SBB für ihr Gleis 7 Abo.SBB setzt auf InfluencerUm Jugendliche auf gleis7.ch zu bringen, setzte die SBB auf Influencer Marketing mit Schweizer YouTuber. Nämlich auf Maanuli, Zinus und Cubanito. Zusammen haben sie rund 422’000 Abonnenten, welche vorwiegend aus Jugendlichen bestehen – die ideale Zielgruppe für Gleis 7. In der Kampagne machen die YouTuber auf die Plattform aufmerksam, die nebst Ideen zu Reisen und Freizeit neu auch den «Adventure Battle» liefert.
Ein YouTube-KampfIm Adventure Battle produzieren jeweils drei YouTuber ein Video zu einem Thema und treten gegeneinander an. Sie rufen ihr Publikum auf, für sie zu stimmen und steigern so den Traffic auf gleis7.ch. Um für seinen Favoriten zu stimmen, braucht es ein Gleis-7-Konto. Die User haben dann die Möglichkeit, verschiedene Preise zu gewinnen – unter anderem Tickets für einen Event zum Jahresende.Indem die SBB ihre Zielgruppe dort abgeholt hat, wo sie ist und weil Influencer Marketing relativ neu ist, hat sie erstaunlichen Erfolg vorweisen können.Wie das Unternehmen mitteilt, konnten die Nutzerzahlen auf gleis7.ch schon in den ersten Wochen verdoppelt werden.
