Neuer Dachverband für die Kommerzielle Kommunikation
WERBUNG Im Rahmen des «Tages der Werbung 2015»in der Fabrikhalle 12 in Bern hoben die Mitglieder von SW Schweizer Werbung und PS Publicité Suisse den neuen Dachverband «Kommunikation Schweiz» aus der Taufe.

Präsident Filippo Lombardi präsentierte das neue Logo des Dachverbandes «Kommunikation Schweiz».Sein 90-Jahr-Jubiläum nutzte SW Schweizer Werbung nicht nur zum Feiern. Zusammen mit PS Publicité Suisse, seiner Partnerorganisation in der Romandie, erfüllte sich der Verband auch einen lange gehegten Wunsch: Eine vereinte, gesamtschweizerische Dachorganisation für die kommerzielle Kommunikation. Den Grundstein dazu wurde vor vier Jahren in einem Letter of Intent und einem gemeinsamen visuellen Auftritt gelegt. Am 29. Mai, notabene dem Geburtstag von SW-Präsident und Ständerat Filippo Lombardi, stimmten die Mitglieder der beteiligten Verbände einer Umwandlung in sprachregionale Sektionen zu und gründeten gleichzeitig eine neue Dachorganisation unter dem Namen «Kommunikation Schweiz | Communication Suisse | Comunicazione Svizzera | Communication Switzerland». Geleitet wird sie von Filippo Lombardi zusammen mit den Vize-Präsidenten Christian Merk (Deutschschweiz), François Besençon (Romandie) und Maria-Luisa Bernini (Italienischsprachige Schweiz).Breit abgestützter KommunikationsratAnstelle der bisherigen Vorstände von SW Schweizer Werbung und PS Publicité Suisse tritt ab 2016 ein breit abgestützter, 23 Köpfe zählender Kommunikationsrat. Er nimmt die Funktion eines Sprachrohrs für die gesamte Branche der kommerziellen Kommunikation wahr und ist für alle Belange zuständig, die die bisherigen Vorständen verantwortet haben. Neben den bisherigen Vorstandsmitgliedern von SW und PS ergänzen folgende Persönlichkeiten das neu geschaffene Gremium:• Jürg Bachmann, Leiter Marketing, Kommunikation und Public Affairs der Goldbach Group sowie Präsident des Verbandes Schweizer Privatradios (VSP)• Maria-Luisa Bernini, Inhaberin Swiss Communication Agency Sagl (Delegierte PS Pubblicità Svizzera)• Gilbert Bühler, Verlagsdirektor Freiburger Nachrichten und Vorstand des Verbandes Schweizer Medien (Ersatz für AZ-Medien-Verleger Peter Wanner)• Markus Ehrle, CEO APG (Ersatz für Daniel Hofer, VR-Präsident und vormaliger CEO APG)• Moreno Cavaliere, Sales & Marketing Director Publicitas (Ersatz für Alain Bandle, CEO Mediaspectrum und vormaliger CEO Publicitas)Sprachregionale SektionenDie beiden bisher selbstständigen Verbände SW Schweizer Werbung und PS Publicité Suisse wurden wie PS Publicità Svizzera per Statutenänderung zu sprachregionalen Sektionen umgewandelt. Die Sektion Deutschschweiz wird vom bisherigen Vizepräsidenten von SW Schweizer Werbung, Christian Merk, Head of Governance and Reporting, Zurich Insurance Company Ltd, präsidiert. Der neue Vorstand wird gebildet von den drei Bisherigen ADC-Präsident Frank Bodin, Chairman & CEO Havas Worldwide Zürich, Martin Schneider, Direktor publisuisse, und Urs Schneider, Inhaber mediaschneider AG. Einziges neues Mitglied ist Nationalrätin Natalie Rickli, die bei Goldbach Media als Partner Relation Manager fungiert.Stimmungsvoller JubiläumsanlassIn der Fabrikhalle 12 in Bern feierte SW Schweizer Werbung sein 90-Jahr-Jubiläum gemeinsam mit illustren Gästen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kommunikation mit einem stimmungsvollen Tag der Werbung. Verbandspräsident Filippo Lombardi betonte in seiner Eröffnungsansprache, wie wichtig die Gründung des neuen Dachverbandes vor allem im Hinblick auf drohende Werbeverbote sei. «Insbesondere im Gegenwind der Gesundheitspolitiker und -organisationen, der immer rauher von Brüssel her durch unser Land fegt, wird er uns Stabilität verleihen. Ich bin überzeugt: Wenn wir mit einer Stimme sprechen, werden wir auch im Sturm gehört.». In einer launigen Grussbotschaft outete sich anschliessend die Berner Regierungspräsidentin Barbara Egger-Jenzer als Fan treffender Werbesprüche wie «FIGUGEGL» – für sie als Bernerin heisse es natürlich «BIGUGEGL» – und bezeichnete den legendären Ausspruch «Freude herrscht» von Alt-Bundesrat Adolf Ogi als kürzesten und treffendsten Werbespruch.Appell der Medienministerin an die Verantwortung der BrancheUrs Wolfensberger, Leiter Marketing & Sales bei der AG für Werbemittelforschung WEMF, präsentierte sozusagen als Horsd’œuvre danach die Nettowerbeumsätze 2014. Zwar seien sie im Zehnjahresvergleich auch letztes Jahr weiter gesunken, der Rückgang habe sich jedoch verlangsamt. Während die Presse weiter verloren habe, hätten sowohl die elektronischen Medien wie die Aussenwerbung zulegen können.Der Philosoph und Publizist Ludwig Hasler erklärte sodann in einer feinsinnigen Rede die Kommunikation als Konstituierende der Wirklichkeit – «Am Anfang war das Wort» –, die das Tagungsmotto «Ohne Kommunikation keine Demokratie» beinahe als trivial erscheinen lasse. Medienministerin Doris Leuthard strich in ihrem Auftritt die Bedeutung der Kommunikation für die Arbeit des Bundesrates heraus und betonte, dass der Bund die Werbefreiheit nur aus übergeordneten Gründen einschränke. Als ehemalige Präsidentin der Schweizerischen Lauterkeitskommission erachte sie zwar die Selbstregulierung immer als sinnvoller als ein Verbot. Gleichzeitig appellierte sie an die Verantwortung der Branche, die so gezogenen Grenzen auch zu respektieren.Erstmalige Verleihung des Lifetime-AwardsDer zweite Teil das Tages der Werbung war ein einziges Plädoyer für kreative Werbung. Zuerst zeigte die französische Werbelegende Jacques Séguéla anhand zahlreicher Werbespots, was er als «Fils de Pub» darunter versteht, und konstatierte gleichzeitig ein Mangel an Kreativität: «Wir müssen die Hoffnung wiederfinden. Und wir müssen wieder an die Werbung glauben.» Martin Schneider, Direktor publisuisse und Vorstandsmitglied von SW Schweizer Werbung, stellte anschliessend den französischen Beispielen ein Potpourri der besten Schweizer TV-Spots aus den letzten 50 Jahren gegenüber. Den Abschluss des Tages der Werbung bildete die erstmalige Verleihung eines Lifetime-Awards für aussergewöhnliche Persönlichkeiten der Werbebranche. Die Wahl fiel auf Jacques Séguéla, der nicht nur für kommerzielle Produkte warb, sondern sich auch auf politischer Ebene mit zwanzig Kampagnen für Staatspräsidenten seinen legendären Ruf erwarb.
