Werbeverständnis à la UEFA
Welche absurden Ausmasse die Vermarktung von Sportgrossereignissen wie der UEFA Champions League angenommen hat, zeigt ein Beispiel aus Bern: Dort musste ein historisches Foto abgeklebt werden.

Wo Champions League draufsteht, ist auch Champions League drin. Und zwar ausschliesslich. Das bezieht sich nicht nur auf die teilnehmenden Teams – unter ihnen dieses Jahr erfreulicherweise YB – sondern vor allem auch auf die Werbung im und ums Stadion. Wer keine exorbitanten Sponsoring-Summen an die UEFA zahlt, findet als Marke nicht statt.
Dass man ums Stadion nicht jenes Bier kaufen kann, das einem schmeckt, ist längst bekannt. Daran hat man sich gewöhnt. Die Marken-Zensur kann aber geradezu groteske Züge annehmen, wie der Bund-Fussball-Blog «Zum runden Leder» zeigt. So musste scheinbar im Vorfeld der Partie YB gegen Manchester United nebst allen Werbetafeln auch das historische Foto des Wankdorf-Stadions abgeklebt werden. Weil darauf die damaligen Werbebanner zu sehen sind. «Chocolat Tobler (mit ihrem Produkt Toblerone), Pneu Continental, Dar-Vida («das Frühstück der Sportler») und Longines», fasst der Blog zusammen. Echte Konkurrenten für die echten CL-Sponsoren.

Wir hoffen immer noch, dass es sich dabei um einen vorgezogenenen April-Scherz, um Satire oder sonst um einen Berner Insider-Witz handelt, den wir nicht verstanden haben. Ein Blick in die Kommentarspalte unter dem Artikel lässt diesbezüglich leider wenig Hoffnung aufkommen – wir lassen uns gerne jederzeit eines Besseren belehren. Es ist ein Witz, oder? (hae)
