
Texterinnen und Texter arbeiten oft relativ still vor sich hin. Und tippen. Und klicken. Und tippen wieder. Und gähnen. Und tippen. So weit, so unspektakulär.
Viel spannender wird es nach Büroschluss – wie bei Batman, der abseits der offiziellen Arbeitszeit erst so richtig und wortwörtlich reinhaut. Denn Sprache, genauso wie die kriminellen Mächte in Gotham City, macht nie Pause: schreiben, sprechen, lesen, zuhören, denken findet fast permanent statt und so sind Texter:innen ständig mit den Abgründen der menschlichen Kommunikation konfrontiert. Sie leiden darum besonders arg unter ihrer Deformation Professionelle und deren zugegebenermassen etwas irritierenden Symptomen. Hier ein exemplarischer Feierabend aus Texter:innen-Sicht:
· Zu allen Claims und Headlines auf der Strasse, im Bus, online, im Kino, auf Inseraten, beim Einkaufen usw. bessere Varianten im Kopf texten MÜSSEN. Wirklich zu allen. Immer. Darum den laufenden Gesprächen regelmässig nicht folgen und als arrogant oder autistisch gelten.
· Bei jedem «ganzheitlich», «nachhaltig», «gemeinsam» unkontrollierbares Augenzucken und Brechreiz bekommen (alle anderen denken, es liegt am Alkohol).
· Bei zu vielen Wortwiederholungen bei mitgehörten Gesprächen: Dasselbe.
· Sich auf die Lippen beissen, lächeln und nicken, weil jemand etwas sprachlich völlig Absurdes oder ungewollt Komisches gesagt hat. Und als arrogant oder autistisch gelten, weil man auf die Frage, was denn so komisch sei, nur mit «nichts» antwortet und sich dabei das Losprusten verkneifen muss.
· Auf dem Klo irgendwelche Verpackungen herumstehender Produkte komplett durchlesen, viel zu lange über die gewählten Formulierungen nachdenken – dabei natürlich bessere Varianten im Kopf texten – und andere sehr lange warten lassen. Um sie dann auch noch mit den irrelevanten Erkenntnissen zu konfrontieren.
· Auf die Frage, ob es Texter:innen wegen KI überhaupt noch braucht, antworten: Frag doch die KI. Darauf hin zurecht als arrogant oder autistisch gelten.
· Andere Leute verbessern, auch wenn man nicht darum gebeten wurde. Und sich damit schlechte Stimmung einhandeln.
· Andere Leute nicht verbessern, wenn man nicht darum gebeten wurde. Später damit konfrontiert werden, warum man denn nichts gesagt hat. Was ebenfalls für schlechte Stimmung sorgt.
· Bei stolz vorgetragenen Kindernamen denken sagen: «Oh, das würde auch gut für ein Waschmittel passen».
· Sich sogar bei Phishing-Mails darüber ärgern, dass sie offensichtlich nicht professionell verfasst wurden. Sich noch mehr darüber ärgern, dass das trotzdem zu funktionieren scheint, und dies als sicheres Zeichen für den Untergang des Abendlandes sehen. Was es auch ist.
Völlig fertig fällt man dann noch mitsamt Batman-Cape ins Bett, um am nächsten Tag wieder in cognito zu tippen. Was zu Trinken holen, tippen. «Ach, nicht viel» antworten, wenn jemand nach gestern Abend fragt, dazu gähnen. Klicken. Und Tippen.
Seit 2025 analysiert Sarah Pally in ihrer Kolumne «Blüten und Perlen» Begriffe mit Branchenbezug und kommentiert sie mit persönlicher Note, aus einer linguistischen Perspektive – sowie auch mit präzisem Blick auf die Entwicklungen in der Branche. Pally ist Teilhaberin der Agentur Partner & Partner in Winterthur. Sie ist seit 15 Jahren mit den Themen Contentmarketing, Text/Konzept und Storytelling im Kommunikations- und Marketingbereich unterwegs.
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Camouflierte Morgenmenschen pirschen bewaffnet durch die Wälder, Wanderer:innen tragen besonders auffällige Farben, die Hunde gehen alle brav an der Leine: Die Jagdsaison steht bevor!
Für Nicht-Jagende ist das alles ziemlich befremdlich: Man sitzt stundenlang regungslos da, beobachtet, wartet auf den einen Moment, in dem man dann zielsicher abdrückt. Also eigentlich genauso wie im Marketing!
Die Parallelen zwischen Jagd und Marketing sind wahrlich unverkennbar. Ausser vielleicht, dass Marketingmenschen sich keine ausgestopften Trophäen an die Wand hängen. Glaube ich zumindest. Darum hier die ultimative Auslegeordnung der Sätze, die man bei der Jagd und im Marketing sagen kann.
Der Alltag «Scheisse, ist das früh am Morgen. Gib mal den Flachmann her.»… bei Jäger:innen fällt dieser Satz eher so um 04:00, bei Marketingleuten beim ersten Meeting (egal um welche Zeit) – aber in beiden Kontexten ist es absurd früh. Es folgen Stunden einer bemerkenswerten Mischung aus viel strategischer Untätigkeit und ein bisschen kopfloser Hektik. Wer von aussen zuschaut, gewinnt schnell den Eindruck, hier geschehe gerade gar nichts. Tatsächlich laufen natürlich komplexe Prozesse ab, Kopfarbeit eben. Deshalb lautet die Standarderklärung in beiden Welten: «Es sieht imfall einfacher aus, als es ist» oder auch «es ist imfall anstrengender als es aussieht».
Strategische Untätigkeit
Die langen, aber wichtigen Phasen der strategischen Untätigkeit fördern verblüffende Weisheiten zutage: «Der Wind hat gedreht» kann bedeuten, dass das Reh die menschliche Witterung aufnimmt – oder dass man mit den Massnahmen komplett daneben lag. Das Resultat ist das gleiche: Man kann noch einmal von vorne anfangen. Oft fallen sowohl auf dem Hochsitz als auch auf dem Bürosessel: «Jetzt schauen wir erstmal, was passiert», «man muss auch einfach mal warten», «jetzt nur nicht die Nerven verlieren», gerne gefolgt von «glaub mir, Erfahrungswert». Und spätestens wenn alles nichts nützt, fällt der Satz der Sätze: «Wir müssen uns besser positionieren».
Kopflose Hektik
Der eigentliche Moment of Truth, also wenn der Bock abgeschossen werden soll, wird ja meistens verpasst. Dann machen wahlweise «Mist, wir sind zu früh dran» oder «Mist, wir sind zu spät dran» dem Misserfolg Luft.
Und sobald endlich doch mal etwas läuft, werden diese Sätze in der Hektik einfach am Stück heruntergebetet, damit man sich danach wieder mit stundenlangem, wohlüberlegtem Nichtstun profilieren kann: «Jetzt nur nicht die Nerven verlieren. Gib mal den Flachmann her… ah Mist, zu spät. Scheisse, ist das früh am Morgen. Der Wind hat wohl gedreht. Wir müssen uns besser positionieren. Oder wir schauen erstmal, was passiert. Weil manchmal muss man auch einfach mal warten. Glaub mir, Erfahrungswert!»
Na dann, Petri Heil ihr ewig Jagenden.
Seit 2025 analysiert Sarah Pally in ihrer Kolumne «Blüten und Perlen» Begriffe mit Branchenbezug und kommentiert sie mit persönlicher Note, aus einer linguistischen Perspektive – sowie auch mit präzisem Blick auf die Entwicklungen in der Branche. Pally ist Teilhaberin der Agentur Partner & Partner in Winterthur. Sie ist seit 15 Jahren mit den Themen Contentmarketing, Text/Konzept und Storytelling im Kommunikations- und Marketingbereich unterwegs.
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Mit dem Newsletter vom Freitag, 10. Juli 2026, verabschiedet sich das Team von m&k in die diesjährige Sommerpause. Während dieser Zeit gönnt sich auch unser täglicher Newsletter eine kleine Auszeit. Die Redaktionspostfächer bleiben jedoch weiterhin im Blick: Bei wichtigen Entwicklungen und Breaking News melden wir uns selbstverständlich bei Ihnen.
Auch die Redaktion von m&k Werbewoche.ch ist während der Sommerpause erreichbar.
Ab Montag, 17. August 2026, sind wir wieder für Sie da und versorgen Sie wie gewohnt fünfmal pro Woche frühmorgens mit aktuellen News, spannenden Hintergründen und den wichtigsten Themen der Branche direkt in Ihr E-Mail-Postfach.
Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sommer und eine gute Zeit, wir lesen uns im August!
Ihre m&k Redaktion
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Das elfte Gebot
Im Sommer will niemand kommunizieren, weil «die Zielgruppe» in dieser Zeit offenbar vom Erdboden verschluckt wird. Also wimmelt es von irgendwelchen austauschbaren Splish-Splash-Sommeraktionen – kaum voneinander unterscheidbar und nahtlos in die Back-To-School-Ästhetik übergehend. Und dann wars das auch schon wieder für dieses Jahr. Der Sommer in der Schweiz ist zwar kurz, aber so fühlt sogar der sich ewig an.
Wo sind denn all die konsumierenden Leute? Ein guter Teil davon steckt irgendwann zwischen Mitte Juni und Ende August vielleicht tatsächlich mal zwei Wochen in den Ferien. Aber doch nicht alle gleichzeitig. Und ausserdem ist man ja nicht ab von der Welt.
Cappuccino in Bibione
Nur weil früher Politikbetrieb, Ämter und Kultur im Sommer vorübergehend stillgestanden sind und es darum weniger Neuigkeiten gab, tun heute alle so, als wäre es ein Naturgesetz, dass man im Sommer nicht kommuniziert. Das elfte Gebot lautet gewissermassen: Du sollst nicht in den Sommerferien Werbung machen! Und fanatische Anhänger:innen gibt es viele.
Das Sommerloch ist zum Dogma geworden. Vielleicht auch aus Eigennutz. Man will ja nicht das ganze Jahr über Gas geben müssen, man wird ja wohl mal noch etwas kürzer treten dürfen uswusf. Und es lässt einen besonders klug klingen, wenn man im Meeting sagt «aber das muss unbedingt noch VOR den Sommerferien raus, bevor ALLE WEG SIND!!!!?!»
Kleiner spielverderbender Spoiler: Dieselben Leute, die angeblich den ganzen Juli und August nicht erreichbar sind, verbringen in dieser Zeit täglich sechs statt drei Stunden auf Instagram und diskutieren dort vor lauter Langeweile darüber, wie teuer der Nachmittags-Cappuccino in Bibione doch geworden ist. Digital Detox war gestern. Und das gilt es auszunutzen, denn es herrscht weniger Konkurrenz, damit wird es meist auch billiger und man erreicht tendenziell völlig unterumworbene Menschen. Win-win-win!
Übrigens: Die nächste Kolumne erscheint im August. Man wird schliesslich auch mal Pause machen dürfen.
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Das warme, (wohl irgendwie) heilende Wasser, die blubbernde Massage, die Leichtigkeit des Seins… mit geschlossenen Augen geniesst man den Thermalbad-Aufenthalt. Oder schliesst man die Augen vielleicht eher, um der schwabbeligen, haarigen, schimmeligen Realität zu entschwinden? Die ist nämlich gar nicht so, wie im Prospektli.
Realität eignet sich offensichtlich selten für Werbung. Der Sweetspot zwischen Ästhetik und Emotionalisierung liegt oft bei einer Art kuratierter Realität: Das Gezeigte ist zwar nicht echt, aber echt genug. Es ist auch nicht falsch, aber falsch genug. Es ist die vielbesungene Authentizität. Beim Asiaten den derben, fettigen Schweinebauch mit scharfer Sauce bestellen und tapfer versuchen, alles mit Stäbchen zu essen, fühlt sich authentisch an. Echt wäre: ein Berg Hühnerfüsse genussvoll schmatzend in einer gesichtslosen Megacity zwischen Töffliauspuffen per Hand und mit einer Sauce zu vertilgen, nach deren Genuss die meisten den Abend in der Permanence verbringen würden.
Tikibrause und Sonnenstich
A propos Töffliauspuff: Dieses Spiel zwischen Echtheit und der optimierten Form davon spielt ein «volgsnaher» Retailer gerade gut. Auf den Plakaten dürfen die Kinder noch selber mit dem Hund raus, rotbackige Fussballerinnen jubeln gemeinsam am Grümpi und die Dorfjugend zieht sich auf dem Bänkli hinter dem Spielplatz ein paar Tikibrausen rein. Dass der Hund gottlos aus dem Mund riecht, sich am Grümpi wegen dem Sonnenstich alle übergeben haben und die Dorfjugend sich eigentlich «Zigaretten» reinzieht, wird natürlich nicht erzählt. Umgesetzt ist die landidyllische Nostalgiedröhnung mit den aktuellen Authentizität-Codes: wilde, leicht überlichtete Bilder im Aus-der-Hüfte-Schnappschuss-Stil, eine locker hingeschmissene, einfache Headline. So, als hätte es die kleine Schwester gemacht und nicht die teure Agentur. Warum das klappt? Weil es gerade genug glaubwürdig ist, um nicht unangenehm zu sein.
Im Thermalbad allerdings hat Authentizität nichts verloren, weil es dort eben schnell etwas unangenehm wird. Darum zeigen höchst uninteressante Durchschnittsmodels in angespannten Posen absolute Entspanntheit in einer menschenleeren Anlage – gänzlich frei von Schweinebäuchen und Hühnerfüssen. Das ist zwar weder echt noch authentisch und qualifiziert so sicher nie für den werberischen Sweetspot. Aber manchmal muss man eben beide Augen fest zudrücken.
Seit 2025 analysiert Sarah Pally in ihrer Kolumne «Blüten und Perlen» Begriffe mit Branchenbezug und kommentiert sie mit persönlicher Note, aus einer linguistischen Perspektive – sowie auch mit präzisem Blick auf die Entwicklungen in der Branche. Pally ist Teilhaberin der Agentur Partner & Partner in Winterthur. Sie ist seit 15 Jahren mit den Themen Contentmarketing, Text/Konzept und Storytelling im Kommunikations- und Marketingbereich unterwegs.
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Werbetexte sind ein Spiegel unserer abgedroschenen Welt: Jede Headline ist ein bisschen clever und witzig. Aber auch «Let me entertain you» wird halt irgendwann langweilig. Manchmal, aber nur manchmal, da machen Textbegegnungen immer noch so richtig glücklich: eine kleine Anspielung hier, eine wirklich geile Formulierung da, ein messerscharfer Gedanke, der unerwartet wie ein Buebetrickli direkt in Herz und Hirn donnert. Goooal!
Diese Hidden Gems wachsen meist nur an ganz unzugänglichen Stellen, vor Sonne und frischer Luft – und vor allem den Augen überängstlicher Redigierungsrunden – geschützt. Aber wenn man einen findet, glitzert die Welt kurz. Es gibt natürlich Gebiete, in denen sich die Preziosen etwas gehäufter tummeln. Nämlich dort, wo Druck und Wärme hoch und Zeit vorhanden ist. Der Druck sorgt für das über sich hinaus Wachsen und entsteht nur schon dadurch, dass man die Aufgabe ernst nimmt. Die Wärme wird durch die hineingelegte Sorgfalt spürbar. Anders gesagt: Liebe. Und zwar nicht billig-sexy Schmuddel-Liebe, sondern Liebe, als ginge es um das eigene Fleisch und Blut. Was ist mit der Zeit? Die hat man schliesslich nicht und muss sie sich doch nehmen. Das geht einerseits in Form von ungeteilter Aufmerksamkeit, denn diese zieht die Zeit gefühlt ins Unendliche. Und andererseits ist auch Erfahrung nichts anderes als Zeit: Sie ist die bisher investierte Zeit in das Können – und somit auch in das Resultat.
Alles unter anderen Umständen Hergestellte sind billige Strasssteinchen – auf den ersten Blick für das ungeübte Auge mitunter kaum von den echten Klunkern zu unterscheiden und breit akzeptiert. Aber eben trotzdem einfach nur auswechselbarer Tand.
Klar, unser Business verlangt vor allem nach genau diesem – weil billig, schnell und zuverlässig in der gebrauchten Menge herstellbar. Es ist also Massenproduktion, es ist Sprücheklopfen am Laufmeter. Legitim, aber nicht precious. Unless it is. Denn niemand hält einen davon ab, es trotzdem mit den Edelsteinen zu versuchen und das Beste aus dem Druck herauszuholen beziehungsweise Liebe und Zeit hineinzustecken. Ah doch, sorry. Da gibt es etwas, das einen davon abhält: Dass man trotzdem nur für Billigware bezahlt wird. Und dass man, wenn es nicht gelingt, statt vor einem Diamanten vor einem ziemlich teuren, aber unverkäuflichen Haufen Bullshit steht.
Seit 2025 analysiert Sarah Pally in ihrer Kolumne «Blüten und Perlen» Begriffe mit Branchenbezug und kommentiert sie mit persönlicher Note, aus einer linguistischen Perspektive – sowie auch mit präzisem Blick auf die Entwicklungen in der Branche. Pally ist Teilhaberin der Agentur Partner & Partner in Winterthur. Sie ist seit 15 Jahren mit den Themen Contentmarketing, Text/Konzept und Storytelling im Kommunikations- und Marketingbereich unterwegs.
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Mit «CannesFessions» lanciert die Agentur Ralph eine Hotline, auf der Festivalteilnehmende ihre unterhaltsamsten Cannes-Momente anonym hinterlassen können. Die Aktion ist als augenzwinkernder Beitrag zur Festivalwoche gedacht und richtet sich an alle, die ihre persönlichen Fauxpas oder Eskapaden auf unterhaltsame Weise teilen möchten. Ob Gesicht-voraus in eine Palme entlang der Croisette, sonstige peinlichen Kund:inneninteraktionen oder das wiederholte nächtliche Verlaufen in Le Suquet – alle Geschichten seien willkommen, wie es heisst.
Die eingesprochenen Geschichten werden laut Agentur technisch anonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf die Absender:innen möglich sind. Wie und wann die Anekdoten veröffentlicht werden, sei allerdings noch offen. Denkbar seien redaktionelle Beiträge, Podcasts oder ein Mention im «Ralph Magazine».
Ziel der CannesFessions sei es laut CEO Chris Hassell, «ein bisschen Unterhaltung nach Cannes zu bringen». Chief Growth Officer Gareth Jones ergänzt: «Cannes ist auch ein Ort für die Geschichten, die nicht im Wettbewerb eingereicht werden – aber trotzdem dazugehören.»
Die Hotline ist bereits freigeschaltet und unter der Nummer +44 1880 280085 erreichbar. Zudem kursieren Visitenkarten mit dem Hinweis auf CannesFessions derzeit entlang der Croisette.
Die international tätige Kreativagentur unterhält Niederlassungen in London, New York, Los Angeles, Tokio und Mumbai. Die Agentur arbeitet unter anderem für Marken wie Tubi, Sky, Spotify, Apple TV+, Corona, Netflix und Sony.
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Denn für diesen Fall hatte der Musiker versprochen, seinen Namen in den Vorschlag offiziell zu ändern, der bei Social Media die meisten Likes bekommt. Gewonnen hatte «Blunty McBluntface». Der 50-Jährige versicherte daraufhin, dass er den Marketing-Gag im Ernstfall durchziehen würde.
Auf die Chart-Entscheidung reagierte Blunt mit einem ironischen Video: Darin wird er gefilmt, wie sein Manager ihm bedröppelt am Telefon die «schlechte» Nachricht überbringt, dass er die Chart-Spitze verpasst habe. Während der Gesprächspartner ihn tröstet, jubelt Blunt: «Ich muss meinen Namen nicht ändern» und springt vor Freude auf dem Sofa herum.
In Grossbritannien sind Namensänderungen über einen sogenannten «deed poll» per Erklärung machbar. Kostenpunkt: 49,32 Pfund, was ungefähr 55 Franken entspricht. Einschränkungen gibt es nur, wenn dabei Urheberrecht verletzt wird oder der Name anstössig sein könnte, etwa wenn er von beleidigender oder sexueller Natur wäre. Der Schritt kann aber auch sehr einfach wieder rückgängig gemacht werden.
Das letzte Wort könnte für Blunt, der für seine Selbstironie bekannt ist, aber noch nicht gesprochen sein – wenn man dem Scherzvideo glaubt. «Ich habe mit dem Plattenlabel gesprochen, und wir denken, dass es Zeit sein könnte, die Marke umzubenennen. Wir sind alle etwas müde von James Blunt», sagt der Manager in dem Video. Ausserdem würden die Kinder Blunty McBluntface lieben. «Das hat einen echt netten Klang.» Daraufhin sackt Blunt schockiert zusammen. Der Manager spricht ihn an: «Bluntface…?!»
Blunt hatte 2005 mit «Back to Bedlam» und der Single «You’re Beautiful» die Charts gestürmt. Die Platte behauptete sich zehn Wochen an der Spitze der britischen Hitparade. (SDA/swi)
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Der Online-Möbelhändler Bed Kingdom hat acht Faktoren in 28 europäischen Ländern analysiert, um herauszufinden, wo die Menschen am unruhigsten sind. Jeder Faktor wurde gleich gewichtet, um einen Gesamtwert für die „Ruhebewertung“ von 100 für jedes Land zu erstellen.
Die betrachteten Faktoren waren die Mindestanzahl bezahlter Jahresurlaubstage und Feiertage, die maximal erlaubte wöchentliche Arbeitszeit, die gesetzliche Mindestdauer der Ruhepausen, die jährliche Arbeitszeit pro Person, die tägliche und wöchentliche Ruhezeit sowie der Anteil der Bevölkerung, die nachts 7 Stunden oder mehr schläft.
Griechenland erwies sich als das unruheloseste Land in Europa und erzielte beeindruckende 69,84 von 100 Punkten. Neben nur 9 bezahlten Feiertagen pro Jahr haben Beschäftigte in Griechenland eine gesetzliche Mindestdauer von 15 Minuten für Arbeitspausen, was eines der niedrigsten Ergebnisse aller Länder in der Studie ist. Griechenland hat auch die fünfthöchste jährliche Arbeitszeit pro Person. Von den Arbeitnehmern wird erwartet, dass sie 1824 Stunden pro Jahr arbeiten und nur minimal 20 Tage bezahlten Jahresurlaub erhalten.

Auf Platz zwei landete Italien mit einer Punktzahl von 70,74 von 100. Sie gewähren ihren Arbeitnehmern ebenfalls nur 20 Tage bezahlten Jahresurlaub, was die Mindestanzahl ist, die alle europäischen Länder bieten sollten. Italien rangiert auch aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen 10-minütigen Ruhepausen für Arbeitnehmer hoch, was die geringste Zeit aller Länder in der Studie ist. Die Niederlande belegen den dritten Platz mit einer Punktzahl von 71,82 von 100. Sie bieten eine der kürzesten gesetzlich vorgeschriebenen Zeiten für Ruhepausen von nur 15 Minuten und nur 8 Tage Mindesturlaub mit Bezahlung.
Die Slowakei wurde als das am besten ausgeruhte Land in Europa enthüllt und erzielte beeindruckende 86,04 von 100 Punkten. Zusätzlich zu den 28 bezahlten Urlaubstagen haben slowakische Arbeitnehmer Anspruch auf zusätzliche 15 Tage bezahlten Feiertag. Die Slowakei ist auch eines von nur drei europäischen Ländern, die zwischen Arbeitstagen 12 Stunden Ruhezeit haben, anstatt der üblichen 11 Stunden in ganz Europa. Finnland und Bulgarien belegten die Plätze zwei und drei mit vergleichbaren Ergebnissen wie die Slowakei. Erstaunliche 83 Prozent der finnischen Bevölkerung erhalten die empfohlenen 7 oder mehr Stunden Schlaf pro Nacht, der höchste Wert in der Studie. Portugal erreichte den vierten Platz mit einer „Ruhebewertung“ von 83,89, während Estland mit einer Punktzahl von 82,62 den fünften Platz belegte.

Die Schweiz nimmt, entgegen der oft vorhandenen Wahrnehmung, in Europa weder den Platz der Schwerarbeitenden, als das wir uns gerne bezeichnen, noch der Faulenzer ein. Unsere Position liegt vielmehr in der Mitte, mit Spielraum in beide Richtungen. Das volle Ranking gibt es hier.
Methodik und Kriterien:
Diese Studie untersuchte, welche europäischen Länder wahrscheinlich am unruhigsten oder am ruhigsten sind. 28 Länder wurden anhand von acht gleichgewichteten Faktoren bewertet, die anzeigen, wie unruhig eine Bevölkerung sein könnte. Jedes Land erhielt eine Gesamtpunktzahl von 100. Die acht analysierten Faktoren waren:
Kinder essen im Durchschnitt die Hälfte der von Gesundheitsexperten empfohlenen Tagesdosis an Gemüse, ein weit verbreitetes Problem am Familien-Esstisch. Da die Überzeugungsarbeit von Eltern nur bis zu einem gewissen Grad effektiv ist, braucht es andere kreative Lösungen – denn nicht zuletzt isst auch das Auge mit. Dabei sind bei weitem nicht alle effektiv.

Die Gemüsemarke HAK hat dies ebenfalls erkannt und deshalb «The Helping Plate» lanciert – einen Teller, der Kindern hilft, mehr Gemüse zu essen, ohne dass diese es realisieren. Das Design des Tellers folgt wissenschaftlichen Erkenntnissen, welche die Universität Wageningen in diesem Gebiet erarbeitet hat.
Täuschung in Tellerform
Der Teller sieht nicht aus wie en typischer Kinderteller, was auch so beabsichtigt ist. Denn Kinder kopieren in vielen Situationen das Verhalten ihrer Eltern, und dies fällt ihnen wesentlich leichter, wenn sie von einem ähnlichen «Erwachsenenteller» essen. Ausserdem bringt ein weiterer Designtrick die Kinder unbewusst dazu, mehr Gemüse zu essen: Die Grösse des Tellers und die Vertiefung an einer bestimmten Stelle sollen einerseits die Portionengrösse künstlich verkleinern, andererseits soll eine Farbschattierung das Gemüse ansprechender aussehen lassen.
DDB Unlimited hat die Idee des «Helping Plate» entwickelt und zeichnet ausserdem für die Kampagne verantwortlich. Der Teller wird in den Niederlanden von Royal Goedewaagen produziert und über das Kaufhaus de Bijenkorf vertrieben. Ob der Trick bei den Kindern funktioniert, bleibt fraglich – ein Versuch ist’s aber auf jeden Fall wert.

Um die Markteinführung der organischen Barista Mylk in Grossbritannien zu bewerben, hat Rebel Kitchen zusammen mit ihrer Agentur Grey London eine OOH-Kampagne mit einem kleinen Twist gestartet. Normalerweise versteckt der Brand Sticheleien gegen Tiermilchprodukte in seinen Kampagnen.
Im Rahmen der Inauguration 2021 wollte das Unternehmen, das für seine kompromisslose Einstellung zu ethischen Fragen bekannt ist, aber für einmal eine etwas andere Botschaft senden. So wurden im Januar Sujets lanciert, die von einer zuerst völlig normalen Werbung zu einer klaren Ansage an den mittlerweile nicht mehr amtierenden Präsidenten Trump verblenden.

Rauchen kostet jährlich mehr als acht Millionen Personen weltweit das Leben – Tendenz steigend. Obwohl die Gefahren des Rauchens schon längst weltweit bekannt sind, wird verhältnismässig wenig über diese «Pandemie» gesprochen, deren Sterblichkeitsrate kontinuierlich steigt.
Die Cancer Society of Finland möchte dies ändern und hat deshalb eine Awareness-Kampagne gestartet, die an die Covid-19-Pandemie anknüpft. Die Masken-Visuals haben zwar in Anbetracht der aktuellen Situation etwas Vertrautes an sich – sollen aber trotzdem verstören. Denn die vermittelte Botschaft ist ernst: Mit dem Rauchen aufzuhören ist jetzt wichtiger und dringender als jemals zuvor.
