Cannes Lions 2027 bringt die Awards-Werke in die Stadt

Erstmals in seiner 74-jährigen Geschichte will Cannes Lions die beste Kreativität über den Palais hinaus in die Stadt Cannes tragen. Für 2027 kündigt das Festival vier Neuerungen an, darunter einen stadtweiten «Passport» und ein höheres Budget für Gratis-Pässe.

Der Cannes-Schriftzug über der Altstadt: Das Festival will 2027 Kreativität stärker in die Stadt tragen. Quelle: Jannis Lucas / Unsplash
Der Cannes-Schriftzug über der Altstadt: Das Festival will 2027 Kreativität stärker in die Stadt tragen. Quelle: Jannis Lucas / Unsplash

Cannes Lions will 2027 erstmals in seiner 74-jährigen Geschichte die ausgezeichnete Kreativität über den Palais hinaus in die Stadt Cannes bringen. Das teilten die Organisator:innen des International Festival of Creativity am 29. Oktober 2026 mit. Hintergrund sei das starke Wachstum der Kreativwirtschaft, die sich jeden Juni in Cannes versammle. Das Festival sei neben der Würdigung der besten Kreativität auch zum globalen Treffpunkt für Unternehmen, Marken, Plattformen und Menschen geworden, die Kreativität, Kultur und Handel prägten.

Cannes Lions wolle dieses erweiterte Umfeld stärker verbinden, preisgekrönte Arbeiten sichtbarer machen und Möglichkeiten zum Entdecken, Vernetzen und Geschäftemachen leichter zugänglich gestalten. Vier Initiativen sollen 2027 starten: eine stadtweite Präsentation prämierter Kreativität, die erste Phase eines Festival-«Passports» über den Palais hinaus, ein ausgebautes Engagement für Inklusion und Zugang sowie eine Global Creative Assembly, die Pionier:innen aus der gesamten Kreativwirtschaft würdigen soll.

Cannes Lions zeigt prämierte Arbeiten in der ganzen Stadt

Innerhalb des Palais sollen ausgezeichnete und nominierte Arbeiten durch immersive Ausstellungen und Screenings erlebbar werden. Ergänzt würden sie durch Einblicke in die Ideen, das Handwerk und die Menschen dahinter. Ausserhalb des Palais sollen Installationen, Screenings und kreative Erlebnisse entlang der Croisette, an den Stränden und in teilnehmenden Lokalen stattfinden. Das Ziel laut Mitteilung: Die beste Arbeit soll am Festival nicht zu übersehen sein.

Ein Festival, ein «Passport»

Der bisherige Delegiertenpass soll sich 2027 zu einem stadtweiten Festival-«Passport» entwickeln. Er soll den Zugang zu ausgewählten offiziellen Programmpunkten und teilnehmenden Orten ausserhalb des Palais ermöglichen, darunter einzelne Bühnen und Events. Der Palais bleibe das Herz des Festivals und die Heimat der Lions. Mit der neuen Kategorie «Flagship and Recommended Experiences» will Cannes Lions das Netzwerk an Veranstaltungen in der Stadt formell kennzeichnen und die Orientierung erleichtern. Langfristig sei ein nahtloses Festivalerlebnis mit einem einzigen Ausweis angestrebt.

Thea Skelton, SVP, LIONS Festivals, sagt: «Die Absicht ist nicht, eine Linie zwischen dem Festival und allem, was darum herum geschieht, zu ziehen, sondern beides näher zusammenzubringen.» Man wolle «vom Zugang zum Vorteil» gelangen: Die Menschen sollen weniger Zeit damit verbringen, herauszufinden, wohin sie gehen, was sie erleben und wen sie treffen sollen.

Cannes Lions öffnet sich für mehr Teilnehmende

Das Festival will 2027 seine Verpflichtung für vollständig finanzierte Festivalpässe im Rahmen von Equity, Representation and Accessibility (ERA) von zwei auf drei Millionen Euro erhöhen. Das entspricht einem Plus von 50 Prozent, das Programm geht ins vierte Jahr. ERA soll die Teilnahme von Gruppen fördern, die am Festival historisch untervertreten waren. Daneben bestehen Programme wie See It Be It und das LIONS Scholarship, die Nachwuchstalenten vollständig finanzierte Möglichkeiten bieten.

Frank Starling, Chief DEI Officer bei LIONS, sagt: «Kreativität gehört keiner einzelnen Branche, keinem einzelnen Markt und keiner einzelnen Community. Und das sollte auch für Cannes Lions gelten.» Die Erhöhung des ERA-Engagements sei ein praktischer Schritt, damit die Community besser die globale Kreativlandschaft abbilde.

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