Soirée Goldbach au Plaza – « Les vampires sont parmi nous »
Vor einem Jahr «Red Velvet» im Kaufleuten, jetzt «From Dusk Till Dawn» im Plaza. Goldbach lädt die Werbebranche zum Vampirfilm in die alte Zürcher «Revolverküche». Mit einer Honda, echten Tattoos und einem Filmmotto, das der Branche mit einem Augenzwinkern den Spiegel vorhält.
Aussenaufnahme, Zürich, Ecke Badener- und Langstrasse. Draussen rollt der Verkehr, drinnen übernimmt der Bass. Wer durchs Portal des Plaza tritt, wechselt in wenigen Schritten das Genre. 1924 eröffnete hier das Stummfilmkino Kosmos. In den Sechzigern und Siebzigern hiess es im Volksmund «Revolverküche». Für einen Eintritt bekam man damals zwei Filme, oft einen Krimi und einen Western. Gut möglich, dass das Publikum von damals bei Goldbachs Programm sofort gewusst hätte, wann es Zeit ist, das Glas abzustellen.
Bei Robert Rodriguez und Quentin Tarantino beginnt «From Dusk Till Dawn» als Gangster-Roadmovie. Dann kehren die Figuren im mexikanischen Titty Twister ein, und die Bar wechselt schlagartig vom Zwischenhalt zur Überlebensprüfung. Diego Quintarelli, Chief Sales & Marketing Officer von Goldbach Neo, zog bei der Eröffnung selbst die Parallele zur Medien- und Werbewirtschaft. Im 45-Sekunden-Gruss an die m&k-Kamera ging er noch einen Schritt weiter. «Die Vampire sind unter uns.» Hinter ihm war das Plaza bereits voll. Für diesen Auftritt steht im imaginären Abspann «Quentin Quintarelli». Doppeltes Q, einmal Gänsehaut.
Kurzer Schnitt ins Tagesgeschäft
Carsten Kollmus, CCO von Goldbach, sprach auf der Bühne von herausfordernden Wochen. Der jüngste Umbau samt Stellenabbau schwang mit. Dann richtete er den Blick nach vorne. Goldbach bündelt lineares TV, Replay Ads, Connected TV und Onlinevideo. Passender Ort für diese Ansage, so ein ehemaliges Kino.
Eine Honda, die stehen bleibt
In der Fotobox stand eine Honda. Aufsteigen, böse schauen, abdrücken. An der Bar hiessen die Drinks «On Air» und waren Medien gewidmet, die Goldbach vermarktet. In der Tattoo-Ecke ging es dauerhafter zu. Vor allem Frauen liessen sich etwas stechen. Eine von ihnen entschied sich für den Namen ihres Kindes. Wer am nächsten Morgen die Fotos durchsah, konnte die Motorradpose bei Bedarf löschen. Beim Tattoo war die Entscheidung gefallen.
Mitten im Umbau lud Goldbach Kundschaft und Agenturen ein und traute sich, die eigene Branche zur Hauptfigur eines Vampirfilms zu machen. So konnte man an der Bar über dieselben Dinge reden, über die man kurz zuvor noch gelacht hatte. Das war an diesem Abend Gold(bach) wert. Wie nah die letzten Gäste dem Morgengrauen kamen, ist Stoff fürs Sequel.


