Edit-a-thon EqualVoice 2026 : plus de 75 biographies de femmes sur Wikipédia

Der Edit-a-thon 2026 hat im Jahresfokus «Frauen in Kunst und Kultur» mehr als 75 neue und erweiterte Biografien auf Wikipedia hervorgebracht. Wikimedia CH, die EqualVoice-Initiative von Ringier und die ETH Zürich setzten damit erneut ein Zeichen gegen den digitalen «Gender Gap».

Teilnehmende des Edit-a-thons 2026 mit den Schildern von Wikimedia CH und Ringier EqualVoice. Quelle: zvg
Teilnehmende des Edit-a-thons 2026 mit den Schildern von Wikimedia CH und Ringier EqualVoice. Quelle: zvg

Mit zwei Durchführungen im April und Oktober haben Wikimedia CH, die EqualVoice-Initiative von Ringier und die ETH Zürich den Edit-a-thon 2026 umgesetzt. Im Jahresfokus «Frauen in Kunst und Kultur» entstanden laut Mitteilung mehr als 75 neue und erweiterte Biografien auf Wikipedia.

Frauen auf Wikipedia weiterhin unterrepräsentiert

Wikipedia ist das weltweit meistgenutzte Nachschlagewerk. Dennoch sind Frauen dort stark untervertreten: Nur 18 bis 19 Prozent der deutschsprachigen Biografien handeln von Frauen, und weniger als 20 Prozent der Schreibenden sind weiblich. Dieser Schieflage wollten die beiden Ausgaben entgegenwirken.

Edit-a-thon 2026: zwei Ausgaben in Zürich, Chur, Aarau und online

Die 15. Ausgabe fand am 21. April 2026 statt. In Zürich, Chur, Aarau (unter dem Patronat von Bibliothek und Archiv Aargau) sowie online schufen die Teilnehmenden neue oder ausgebaute Artikel. Als Meilenstein bezeichnen die Organisationen den Einsatz von KI-Tools zur Recherche nach dem Prinzip «Human in the Loop».

Die 16. Ausgabe folgte am 27. Oktober 2026 unter dem Motto «Kunst & Kultur sichtbar gestalten». Im Ringier Pressehaus in Zürich und online kamen erneut zahlreiche Engagierte zusammen, um das Schaffen von Kulturschaffenden, Künstlerinnen und Pionierinnen fundiert zu dokumentieren.

Seit 2017: mehr als 1’000 Artikel

Seit der Gründung im Jahr 2017 wurden nach Angaben der Initianten bereits mehr als 1’000 Biografien auf Wikipedia editiert oder neu angelegt. Damit sollen historische wie zeitgenössische Vorbilder im digitalen kollektiven Gedächtnis verankert bleiben.

Lea Eberle, COO EqualVoice, begründet, warum es den Edit-a-thon auch nach fast zehn Jahren noch braucht: «Weil Wikipedia die Datenbasis für die digitale Welt von morgen bildet – einschliesslich der KI-Modelle. Was hier fehlt, existiert digital praktisch nicht.» Dass in diesem Jahr gezeigt worden sei, wie Technologie und menschliche Redaktionsarbeit Hand in Hand gehen, mache die Initiative zukunftsfähiger.

Muriel Staub, Co-Gründerin Edit-a-thon und ehemalige Präsidentin des Vereins Wikimedia CH, sagt: «Wir helfen mit, die Inhalte auf Wikipedia möglichst ausgewogen, vielfältig und repräsentativ zu schreiben. Und was wir heute auf Wikipedia dokumentieren und sichtbar machen, beeinflusst, welche Inhalte die KI von morgen lernt und wiedergibt.»

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