WTFake in Winterthur: Ausstellung hinterfragt KI-Bilder

WTFake in Winterthur: Die interaktive Ausstellung des Conscious Influence Hub geht ab dem 30. Oktober der Frage nach, wie Bilder unsere Wahrnehmung prägen. Für die neue Edition sind mehrere neue Arbeiten rund um KI, Social Media, Bildmacht, Female Gaze, Selbstbestimmung und Community entstanden.

Das Key Visual der Ausstellung WTFake – What The Fake? in der COALMINE Winterthur. Quelle: zvg
Das Key Visual der Ausstellung WTFake – What The Fake? in der COALMINE Winterthur. Quelle: zvg

Wie beeinflussen Bilder unser Selbstbild, unsere Vorurteile und unseren Blick auf andere? Und was verändert sich, wenn künstliche Intelligenz die Grenzen zwischen Realität und Manipulation verwischt? Mit WTFake in Winterthur widmet sich die interaktive Ausstellung «WTFake – What The Fake?» diesen Fragen. Ab dem 30. Oktober ist das Projekt des gemeinnützigen Conscious Influence Hub in der COALMINE Winterthur zu sehen. Im Mittelpunkt der neuen Arbeiten stehen laut Mitteilung Sexismus, Selbstbestimmung, Sichtbarkeit und die Macht digitaler Bilder.

Von Goya bis Gülsha: Der weibliche Körper im Blick der Gesellschaft

Herzstück der Winterthurer Ausgabe ist die neue multimediale Filminstallation «Von Goya bis Gülsha» der Regisseurin Julia Schwamborn. Ausgehend von Francisco de Goyas Gemälden «La Maja vestida» und «La Maja desnuda» schlägt der Film den Bogen zu Social Media, Deepfakes und KI-generierten Bildern. Gemeinsam mit Gülsha Adilji, Bassma El Adisey und MANON untersucht er, wie weibliche Körper dargestellt, bewertet und inszeniert werden – und wie sich Frauen diesen Blick selbst aneignen können. Die Arbeit verbindet historische Perspektiven mit aktuellen Fragen zu Sexismus, Schönheitsidealen und digitaler Selbstbestimmung. Ermöglicht wurde sie durch die Volkart Stiftung.

Alice im Metaland: Eine Reise durch die digitale Wirklichkeit

Die Spoken-Word-Künstlerin und Schweizer Poetry-Slam-Meisterin Annika Biedermann hat für die Ausstellung «Alice im Metaland» entwickelt. Ihre Neuinterpretation von Lewis Carrolls Klassiker führt nicht ins Wunderland, sondern in eine Welt aus Algorithmen, künstlicher Intelligenz und digitalen Identitäten. Die visuelle Inszenierung stammt von Caroline Vrablik. Die Arbeit fragt, wer die Regeln der digitalen Wirklichkeit bestimmt und wie viel Kontrolle wir über die eigene Wahrnehmung behalten.

Audioguide und lokale Bildwelten

Erstmals ergänzt ein eigens produzierter Audioguide die Ausstellung. In Zusammenarbeit mit der Podcastschmiede Winterthur sind kurze Gespräche entstanden. Gülsha Adilji spricht darin über Nacktheit und Selbstbestimmung, Ramin Yousoufzai über Rassismus und Stereotypen und Basil Stücheli über KI und Bildmanipulation. Die Beiträge sind über QR-Codes direkt in der Ausstellung abrufbar.

Ein neues Bildpaar nimmt zudem Bezug auf die Winterthurer Fussballkultur. Eine mithilfe von KI veränderte Version eines lokalen Fussballmotivs soll die Sichtbarkeit von Frauen und weiblichen Vorbildern wie Sarah Akanji stärken. Die Botschaft laut Mitteilung: Gemeinschaft kann ausgrenzen oder Menschen stärken und verbinden.

Bilder hinterfragen, Verantwortung übernehmen

Die Ausstellung soll über die Frage hinausgehen, ob ein Bild echt oder manipuliert ist. Anhand realer Fotografien und KI-generierter Bildvarianten zeigt sie, wie Bilder Emotionen auslösen, Stereotypen verstärken und gesellschaftliche Debatten beeinflussen können. Das Publikum ist eingeladen, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und sich mit der Verantwortung beim Teilen und Verbreiten von Bildern auseinanderzusetzen.

«Bilder haben Macht: Sie können Menschen auf Rollen reduzieren, uns gegeneinander stellen oder Stimmen unsichtbar machen. Aber wir können diese Mechanismen auch umdrehen. Mich interessiert, wie wir Bilder und Reichweite nutzen können, um Perspektiven zu öffnen, Menschen sichtbar zu machen und Gemeinschaft zu stärken», sagt Anja Lapčević, Projektleiterin WTFake und Geschäftsleiterin des Conscious Influence Hub.

WTFake in Winterthur: Teil von «ALLES ECHT!»

Das Projekt ist Teil der Ausstellung «ALLES ECHT!» in der COALMINE Winterthur. Diese vereint unterschiedliche künstlerische Positionen zur Frage, wie Wirklichkeit entsteht, wie wir sie wahrnehmen und weshalb wir glauben, was wir sehen. Die Vernissage findet am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 18.30 Uhr statt. Die Ausstellung dauert vom 30. Oktober 2026 bis 24. Januar 2027 und befindet sich an der Turnerstrasse 1 in Winterthur.

«WTFake – What The Fake?» ist ein Ausstellungsprojekt des gemeinnützigen Vereins Conscious Influence Hub. Es soll für die Auswirkungen KI-generierter Bildmanipulationen auf Social Media sensibilisieren und zur kritischen Auseinandersetzung mit digitalen Inhalten anregen. Die Projektleitung und Konzeption liegen bei Anja Lapčević, die künstlerische Leitung und KI-Bildproduktion bei Basil Stücheli, Art Direction und Webdesign bei Caroline Vrablik.

Weitere Informationen gibt es unter www.wtfake.ch.

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