KI-Empfehlungen Studienwahl: Kein Name dominiert überall

Für den AI Sichtbarkeits-Index 2026 hat Advance Metrics gemessen, welche Schweizer Hochschulen ChatGPT, Gemini und Claude bei der Studienwahl am häufigsten empfehlen. Die Universität Zürich liegt vorn, doch der Blick auf einzelne Fachrichtungen zeigt ein differenzierteres Bild.

Zürich führt bei den KI-Empfehlungen. Quelle: zvg

Wer ein Studium plant, fragt immer öfter eine KI, statt Rankings und Hochschulwebseiten zu durchforsten. Wie sich die KI-Empfehlungen zur Studienwahl in der Schweiz verteilen, hat Advance Metrics für den AI Sichtbarkeits-Index 2026 systematisch erhoben. Gemessen wurde, welche Hochschulen ChatGPT, Gemini und Claude am häufigsten nennen. Insgesamt liegt die Universität Zürich vorn, gefolgt von der Universität Bern und der ETH Zürich.

Zwölf Hochschulen führen mindestens eine Kategorie

Untersucht wurden mehr als 25 Kategorien: fünf Hochschultypen, von der Universität bis zur Fernuniversität, sowie zwanzig Fachrichtungen, von Recht über Informatik bis Veterinärmedizin und Hotelmanagement. Pro Kategorie stellte Advance Metrics fünf Fragen, etwa: «Welche Hochschulen in der Schweiz haben die beste Gesamt-Reputation im Bereich Informatik & Data Science?».

Das Ergebnis ist differenzierter, als das Gesamtranking vermuten lässt. Die Universität Zürich führt zwar in sieben von 25 Kategorien, etwa bei Recht, Psychologie und Medizin. Insgesamt führen aber zwölf verschiedene Hochschulen mindestens in einer Kategorie. Bei Wirtschaft & Management liegt die Universität St. Gallen mit 741 Nennungen klar vorne. Beim Hotel- & Tourismusmanagement kommt die EHL Hospitality Business School auf 720 Nennungen, fast doppelt so viele wie die zweitplatzierte Swiss Hotel Management School (385). Die Zürcher Hochschule der Künste führt sowohl bei Kunst & Design als auch bei Musik & Theater. Wer in seinem Fach klar positioniert ist, werde von der KI offenbar auch so wahrgenommen, heisst es in der Mitteilung.

Der Name als Hindernis für KI-Empfehlungen

Für Hochschulen verschiebt sich damit eine zentrale Spielregel: Neben Suchmaschinen und Rankings zählt künftig, ob die KI-Plattformen die Hochschule kennen, richtig einordnen können und empfehlen. Schon der Name kann zum Hindernis werden. In den Rohdaten tauchten mehr als 1’000 Schreibweisen für rund 120 Institutionen auf, auch aufgrund der Mehrsprachigkeit. Die ETH Zürich kursiert etwa als «ETH Zürich», «ETH Zurich» oder «Eidgenössische Technische Hochschule Zürich». Die KI-Modelle erkennen bei solchen Varianten laut Advance Metrics nicht zuverlässig, dass es sich um dieselbe Institution handelt.

Wer gefunden werden wolle, brauche deshalb einen konsistenten Namen, für jeden Fachbereich eine eigenständige, gut strukturierte Webseite und eine Präsenz über die eigene Website hinaus, etwa in Medienberichten, Rankings und Fachpublikationen, aus denen die KI-Modelle lernen.

Erhebung mit eigenen KI-Automatisierungen

Advance Metrics stellte zwischen dem 10. August und dem 13. Oktober 2026 täglich mehrfach Fragen zur Studienwahl in 25 Kategorien. Eingesetzt wurden ChatGPT, Gemini und Claude. Pro Antwort erfasste und wertete das Unternehmen die fünf erstgenannten Institutionen aus. Die Erhebung erfolgte mithilfe in-house entwickelter KI-Automatisierungen. Advance Metrics ist eine Schweizer Digital-Marketing-Beratung mit Fokus auf datengesteuerte Marketing-Strategien und Marketing-Technologie.

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