Spotify hält an gleichem Angebot in Gratis- und Abo-Version fest
Zahlende Spotify-Kunden und Gratis-Nutzer sollen weiterhin auf das gleiche Musikangebot zugreifen können, erklärt der Streaming-Dienst. Wenige Stunden zuvor hatte das Wall Street Journal von gegenteiligen Plänen berichtet.
Spotify halte an dem bisherigen Verfahren fest, bei dem alle Kunden auf die gleiche Musik zugreifen können, sagte ein Sprecher am Mittwoch. «Wir glauben zu 100 Prozent an unser Freemium-Geschäftsmodell.» Das Wall Street Journal hatte am späten Dienstag berichtet, Spotify wolle ein bisheriges Tabu brechen und einigen Künstlern erlauben, ihre Alben nur für zahlende Abo-Kunden verfügbar zu machen. Die Nutzer der werbefinanzierten Gratis-Variante würden auf diese Musik dann verzichten müssen. Spotify habe dies in Gesprächen mit Musik-Managern als Test in Aussicht gestellt, hiess es unter Berufung auf informierte Personen. Gründer und Chef Daniel Ek betonte bisher stets, ein solches Zwei-Klassen-System würde die Nutzer verärgern und käme deswegen nicht in Frage. Spotify liess vor einem Jahr lieber die populäre Sängerin Taylor Swift ziehen, als gegen den Grundsatz zu verstossen. Swift entfernte ihre Musik bei Spotify, bei Konkurrenz-Diensten ohne Gratis-Version ist sie aber weiterhin verfügbar.
Gratis-Variante bringt weniger Geld
In der Gratis-Variante sind die Funktionen eingeschränkt, so kann man etwa keine einzelnen Songs ansteuern. Für Musikkonzerne und Künstler werfen die werbefinanzierten Angebote deutlich weniger Geld ab. In den vergangenen Monaten gab es aus der Musikindustrie wiederholt Aufrufe, die Gratis-Versionen von Streaming-Diensten durch weitere Einschränkungen weniger attraktiv zu machen. Die Anbieter warnten, das könnte die Nutzer auch wieder in die Hände von Internet-Piraten statt zu Abo-Zahlungen treiben. Sie verweisen auch auf Konkurrenz der Videoplattform Youtube, in der die Musikkonzerne selbst Videos platzierten, die gratis angesehen werden können. Spotify aus Schweden gilt als Marktführer im Streaming-Geschäft und hat nach jüngsten Angaben von Juni über 75 Millionen Nutzer, von denen rund 20 Millionen zahlende Abo-Kunden sind. Beim Streaming wird die Musik direkt aus dem Netz abgespielt, statt heruntergeladen zu werden. (SDA)
