Walder: «Bleicher wurde nicht verheizt»
Ringier-CEO Marc Walder spricht in der NZZ am Sonntag über die Gründe für die Absetzung von Andrea Bleicher und über neue Ertragsquellen für das Medienhaus.
Bleicher, so Walder, habe sowohl in Wirtschaft und Politik, wie auch bei gesellschaftlichen Fragen nicht überzeugt – im Gegensatz zu den restlichen drei relevanten Blick-Themenbereichen (Sport, News und Unterhaltung). Bleicher habe «ein sehr gutes Angebot» abgelehnt. Lüchinger bringe grosse Erfahrungen in den bisher vernachlässigten Bereichen mit – genau so wie sein Vize Andreas Dietrich.
Was die Rolle von Frank A. Meyer im Zusammenhang mit der Absetzung von Bleicher betrifft, lässt Walder Fragen offen. Ringier habe «präzis definierte Prozesse» wie Entscheide gefällt würden. Er und Michael Ringier hätten sich schliesslich für Lüchinger – den Meyer nicht einmal persönlich kenne – entschieden. Meyer sei «nicht involviert» gewesen. Trotzdem räumt Walder ein, dass Meyer bei Riniger eine starke Rolle im Hintergrund spiele. «Der wichtigste Journalist, der je in diesem Haus gearbeitet» habe rufe oft an, kritisiere, begeistere und nerve auch manchmal – entschieden würde aber in den Gremien.
Die Aussage, Lüchinger passe zu Ringier, weil beide Journalismus und Kommerz vermischten, kommentiert Walder als «plumpe Unterstellung». Lüchinger trete seine Stelle erst 2014 an, weil er noch Mandate in seiner Firma zu beenden habe. Auch Blick trenne klar und gewähre unabhängigen Journalismus: So habe er kürzlich Ringier-Berater Hitzfeld mit einem inhaltlich falschen Artikel verärgert. Und man habe breit über das Konzert von Robbie Williams berichtet, obwohl es nicht von Ringier-Tochter Good News organisiert worden sei.
Zufrieden zeigt sich Walder über die Gewinnmargen der Ringier-Unterhaltungssparte. Tickets wolle man bald auch in Osteuropa verkaufen. Die sinkenden Print-Werbeeinträge würden auch mit den grossen Investitionen in die Online-Kleinanzeigen-Portale wie Jobs.ch oder die Scout24-Gruppe aufgefangen. Interessiert zeigt sich der Ringier-CEO am TV-Markt – insbesondere 3 Plus: Dominik Kaiser müsse « sich überlegen, was es braucht, um mit seinem Sender den nächsten grossen Schritt zu machen». (hae/NZZaS)
René Lüchinger wird Chefredaktor des Blick
Blick: Noch ist nichts entschieden
