So könntet Ihr die Werbung verbessern

Ich habe mir hier die Mühe gemacht, die letzten 10 Lektionen zu rekapitulieren. Jetzt seid Ihr dran, bevor wir vor der Kreativität kapitulieren. Von Theophil Butz, Grafiker, Werbeagentur-Inhaber, Inspirator und seit über anderthalb Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche- Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

Im Motz vom Januar habe ich anhand der banalen Illustrationen für die Casino-Werbung folgende Theorie erklärt: Das Gestaltungsmittel Illustration hat unbestritten einen hohen Unterhaltungs-, Aufmerksamkeits- und Memorisierungswert. Aber mit Illustrationen Werbung zu machen, kann noch nicht ein Einfall sein. Es braucht vorher eine Idee, die man dann mit dem entsprechenden Maler, Puppenbauer oder Karikaturisten überzeichnet ausführt. So einfach.

Im Motz Nr. 2 folgte der Beschrieb des Angsthasen-Virus. Besonders betroffen sind die grossen Auftraggeber. Das Mittel dagegen müssen die Werber verabreichen mit Mut, Kreativität und ohne Pampers. Bitte auswendig lernen! Ich behaupte, dass der Rückgang des Werbevolumens vor allem im Print nicht nur konjunkturell bedingt ist. Die Konsumenten wollen auch unterhal- ten werden und nicht gelangweilt. Klar.

Im März beklagte ich mich darüber, dass die Automobilwerbung austauschbar und dadurch unwirksam ist. Wir lernen daraus, dass wir ein langweiliges Kundenbriefing nicht genau eins zu eins, sondern profilierter, unaustauschbarer und origineller umsetzen sollten. Ist doch kein Problem.

Hört auf, an Konkurrenzpräsentationen teilzunehmen. Dort entstehen zwar auch freche, aufmerksamstarke Kampagnen. Diese wandern aber meistens in die Schublade. Mehr darüber unter dem Titel «Der Pitch-Quatsch».

Wer aus Kostengründen den Produktenamen, die Corporate Identity und auch noch die Werbung inhouse bastelt, sollte sich über einen Nichterfolg nicht wundern. Es gibt genug hervorragende Profis. Diese kosten zwar, aber der Sparweg kostet am Ende das Mehrfache. Also Finger weg vom Basteln.

Ein wichtiges Erfolgsrezept der Werbung ist die Kontinuität. Falsch hingegen ist, immer wieder denselben Witz über Jahre zu schalten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Graubünden-Tourismus-Werbung mit den Steinböcken. Die gleiche Konzeption, aber immer wieder frisch und neu.

In der Werbewoche predige ich, dass Ihr Nachwuchsausbildung betreiben solltet. In der Strategie, der Grafik, dem Text, dem Film und den neuen Medien. Die Schweiz hat einen hervorragenden Ruf zu verteidigen. Auch übermorgen.

Wir sind ein kleines Land und sollten gute Ideen nicht mit aufwendigen Hollywood-Produktionen umsetzen. Die Coop-Tsch-Tsch-Kampagne hat damit ihren Charme verloren. Reduktion gehört auch zum Erfolgsrezept. Finito, punto.

Emotionsgel adene Produkte wie die Swiss, die Swiss Casinos und eben auch das Zürifäscht verdienen eine kreativere und emotionalere Werbung. Ich will in Zukunft nichts Langweiliges mehr ansehen müssen.

Mein Aufsteller ist, dass ich nun vier Wochen pausiere und Ihr noch zu rekapitulieren habt.

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