Gesture-Control

Geräte mit Bewegungen statt mit Berührungen steuern. Grundsätzlich ein spannender Ansatz. Von Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ.

Leider, wie so oft, liegen auch hier Sinn und Unsinn nah beieinander. Die Zuverlässigkeit und Funktionalität von Software und Apps, die sich per Handbewegung steuern, lassen gegenwärtig noch zu wünschen übrig.

Die Spielkonsole «Kinect» ist wohl das zurzeit bekannteste Gerät, wenn es um Gesture-Control geht. Spiele bedienen und Menünavigation funktioniere allein via Körperbewegung. Diese wird von einer Kamera aufgenommen und interpretiert. Das kann jedes Kind. «Kinect» ist simpel zu bedienen und für Spiele sind die Bewegungen auch realitätsnah und sinnvoll. Was für Spielkonsolen funktioniert, muss aber nicht für TV-Geräte funktionieren.

Wenn ich TV schauen will und auf dem Sofa sitze, dann ist mir persönlich nicht nach grossen Bewegungen und Hampelmann-Sprüngen. Als ich letzthin ein Elektrofachgeschäft besuchte und gerade eine Demonstration eines solchen Gerätes stattfand, war auch klar, dass man wohl vorher noch einen Kurs besuchen muss, um den TV bedienen zu können. Ausser der Fachangestellten schaffte es niemand, die winkende Handbewegung so hinzukriegen, dass das Gerät darauf reagierte.

In letzter Zeit kamen auch einige Mobile Apps auf den Markt, die mit der in Smartphones integrierten Kamera auf Gesture-Control setzen. Spannend, das Smartphone auf eine ganz neue Art bedienen zu können. So beispielsweise die App «Wink Camera», bei der mit einem Zwinkern der Selbstauslöser für Fotos gestartet wird. Leider kriegt man vom Zwinkern Muskelkater, bevor es irgendwann mal mit dem Knipsen knappt. Und Hand aufs Herz, wenn ich die Kamera ohnehin in der Hand halte, kann doch gleich mit dem Finger auf den Auslöser klicken?

Hingegen konnte ich mich für die iPad App «Gilt Taste» begeistern. Die Kochbuch-App lässt sich mit Handbewegungen steuern. Steht man also mit schmutzigen Fingern in der Küche, kann ich ohne Berührung auf die nächste Seite des Rezepts blättern. Das wäre im Grunde genommen sehr praktisch, nur leider funktionierte hier die Gesture- Control eher schlecht als recht.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass die Möglichkeiten für den Einsatz von Gesture-Control noch lange nicht ausgeschöpft sind. Der Zuverlässigkeit und Funktionalität sollten aber entsprechend Beachtung geschenkt werden.

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ (Hochschule für Wirtschaft Zürich). www.fh-hwz.ch/smm
 

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