Umfrage: Die meisten Parteien sind unzufrieden mit Medien

Gemäss einer Umfrage des Schweizer Syndikats Medienschaffender SSM sind die meisten Parteien unzufrieden mit den Schweizer Medien und ihrer Berichterstattung. Sie kritisieren fehlende Recherche, mangelnde Vielfalt oder Pseudo-Primeurs.

Nicht alle Parteien halten aber Presseförderung für die richtige Lösung. Es sei nicht Aufgabe des Staates, aktiv Medien- und Presseförderung zu betreiben, schreibt die SVP. Sie lehnt darum direkte wie auch indirekte Presseförderung ab. Die FDP setzt vor allem auf den Markt: Presseförderung geschehe am besten durch gute Produkte, heisst es gemäss SDA in ihrer Stellungnahme. Auch mit der indirekten Förderung durch Posttaxenverbilligung kann sie «mehrheitlich» nichts anfangen. Die übrigen Parteien sind anderer Auffassung. Für die Grünen ist klar, dass der Staat Gegensteuer gegen die Medienkonzentration geben muss. Auch die SP unterstützt direkte wie auch indirekte Presseförderung. Von Fördermitteln profitieren sollen aber nur jene Medien, die gewisse Kriterien erfüllen. Die CVP hält Medienförderung ebenfalls für eine Staatsaufgabe, ist aber skeptisch gegenüber direkter Unterstützung. Sie setzt eher auf Posttaxenverbilligung, Förderung der Ausbildung und Subventionierung der Nachrichtenagentur sda, damit die Medien von günstigeren Tarifen profitieren.

Die SDA und ihre Stellung im Medienmarkt ist auch für die SP ein Thema. Die Partei regt eine Diskussion darüber an, ob und wie die Nachrichtenagentur in ein Unternehmen des publizistischen Service public umgewandelt werden könnte.

Nur FDP zufrieden mit Angeboten

So unterschiedlich die Lösungsansätze, so ähnlich fällt die Analyse der Parteien aus. Nur die FDP ist zufrieden mit den «neuen, eher unpolitischen und deshalb weniger linkslastigen Angeboten». Die übrigen Parteien machen den Zusammenschluss von Medienhäusern, das Verschwinden von Titeln, die Gratiszeitungen und Online-Medien verantwortlich für «Einheitsbrei» und weniger Qualität. Für die SP ist dies umso besorgniserregender, als sich die direkte Demokratie ihrer Meinung nach zur Mediendemokratie entwickelt.

Die SVP beklagt einen Rückgang der Qualität bei Print und Online-Medien und kritisiert die «Quasi-Monopolstellung» der SRG bei Radio und Fernsehen. Sie verlangt eine Einschränkung von Auftrag und Programm der SRG und – wie die FDP – eine Stärkung privater Anbieter. Die übrigen Parteien lehnen jede Einschränkung des Programmauftrags ab.

Weniger gross ist die Unterstützung für SRG-Werbung im Internet, gegen die sich die Verleger zur Wehr setzen. Auf deren Seite schlagen sich gemäss der Umfrage SVP, FDP, CSP, EVP und mit Vorbehalten auch die Grünen. SP und CVP wollen die Werbung der SRG im Internet zulassen.

> Zu den detaillierten Umfrageergebnissen

 

More articles on the topic