Ringier: steigt definitiv aus Übernahmegesprächen für Tele Züri aus

Ringier ist aus den Gesprächen für eine Übernahme von Tele Züri definitiv ausgestiegen. Auch Escor Casinos & Entertainment hat sich aus den Verhandlungen zurückgezogen.

Man sei sich mit den Verhandlungspartnern «in allzu entscheidenden und wesentlichen Punkten nicht einig geworden», teilte Ringier am Montag gemäss SDA mit. In den vergangenen Monaten habe man die Dossiers mehrerer privater TV-Sender «gewissenhaft und akribisch» geprüft und insbesondere mit den Eigentümern von 3+ und Tele Züri Gespräche geführt. Laut Ringier würde ein eigener TV-Kanal das derzeitige Medien-Portfolio des Medienhauses und die TV-Aktivitäten des Bereichs «Ringier Entertainment Fernsehen» auf «ideale Art und Weise» ergänzen. Nun habe die Ringier-Geschäftsleitung beschlossen, die Übernahme- und Kaufgespräche zu beenden. Den Grund für diesen Schritt gibt das Unternehmen nicht bekannt. Die Partner hätten über die konkreten und detaillierten Hintergründe Stillschweigen vereinbart, heisst es in der Mitteilung.

Ebenfalls aus den Verhandlungen mit Tamedia ausgestiegen ist die in der Glücksspielbranche tätige Escor Casinos & Entertainment SA. Sie hatte dem Konzern ein Gesamtangebot für die Sender Tele Züri, Tele Bärn sowie die Radiosender Radio 24 (Zürich) und Capital FM (Bern) unterbreitet. Das Angebot habe Tamedia jedoch als «viel zu tief» bezeichnet, bestätigte Escor-Verwaltungsratspräsident Martin Wagner am Montag Berichte verschiedener Sonntagszeitungen. Als Tamedia ihn darauf aufgefordert habe, sein Angebot «nachzubessern», habe er sich geweigert.

Um kommerziell bestehen zu können, wäre der Kauf aller Tamedia-Sender Voraussetzung gewesen, begründete Wagner sein Gesamtangebot. Wagners Ziel wäre es gewesen, einen gemeinsamen Werbemarktpool mit den elektronischen Basler Medien, etwa mit Telebasel, Radio Baslisk oder Radio Basel, einzurichten.

Nicht Stellung nehmen wollte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer. Tamedia gebe grundsätzlich keine Einzelheiten zum Verkaufsprozess bekannt, sagte er auf Anfrage der SDA.

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