UBI heisst Beschwerden gut: Fernsehen berichtete unpräzise über Umfrage-Ergebnisse

Das Schweizer Fernsehen habe vor eidgenössischen Wahlen nicht immer präzise genug über Umfrage-Ergebnisse berichtet. Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen UBI hat am Freitag drei entsprechende Beschwerden gutgeheissen.

Das Fernsehen habe zu wenig differenziert zwischen klar Ja-Stimmenden und eher Ja-Stimmenden beziehungsweise klar Nein-Stimmenden und eher Nein-Stimmenden. Auf diese Weise sei der Eindruck entstanden, der Anteil der eindeutig Ja- und Nein-Stimmen sei höher, als er gemäss Umfrage war. Dies teilte die UBI nach ihrer Beratung mit. So sei es dem Publikum verunmöglicht worden, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Bei den drei gutgeheissenen Fällen handelte es sich um Beiträge von Nachrichtensendungen des Schweizer Fernsehens vor der eidgenössischen Abstimmung vom 1. Juni 2008, bei welcher die Bevölkerung unter anderem über die Einbürgerungsinitiative und den Gesundheitsartikel zu befinden hatte.

Weitere fünf Beschwerden im Zusammenhang mit Umfragen wies die UBI ab. Diese bezogen sich nicht auf konkrete Sendungen, sondern primär auf die demoskopische Methode und die Ergebnisse der Umfragen. Die UBI entscheide darüber jedoch gemäss ihrem gesetzlichen Auftrag nicht, heisst es in der UBI-Mitteilung weiter. Auf eine weitere Beschwerde trat sie nicht ein. Die Beschlüsse der UBI können beim Bundesgericht angefochten werden.
 

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